1Komma5 Grad plant massiven Photovoltaik-Ausbau in Schleswig-Holstein

1Komma5 Grad: Massiver Photovoltaik Ausbau in Schleswig-Holstein geplant

Das Hamburger Unternehmen 1Komma5° hat eine weitreichende Vision für die Energiezukunft Schleswig-Holsteins vorgestellt. Ziel ist es, in den kommenden Jahren 40 Prozent der geeigneten Dächer in dem Bundesland mit Photovoltaikanlagen auszustatten und die Region damit zu einem Vorreiter der Energiewende in Deutschland zu machen.

1Komma5 Grad Vision: Energetische Unabhängigkeit für Schleswig-Holstein durch Photovoltaik

Bei einem Besuch in Schleswig-Holstein präsentierte Wolfgang Gründinger, Chief Evangelist von 1Komma5°, die ambitionierten Pläne. Er unterstrich die Vision, das Bundesland durch den massiven Ausbau der Solarenergie energetisch unabhängig zu machen. „Die Energiewende ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit“, so Gründinger. Der dezentrale Ausbau erneuerbarer Energien stärke die lokale Wirtschaft, schaffe Arbeitsplätze und mache die Region resilienter gegenüber Preisschwankungen auf den globalen Energiemärkten.

Das Vorhaben, 40 Prozent aller Dächer zu nutzen, würde einen signifikanten Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen leisten und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen drastisch verringern. Während dieses Ziel für Schleswig-Holstein eine langfristige Vision darstellt, realisiert das Unternehmen bereits andernorts Großprojekte. So erhielt 1Komma5° beispielsweise in Niedersachsen den Zuschlag für die Ausstattung von über 500 öffentlichen Gebäuden mit Photovoltaik, was einer Dachfläche von rund 555.000 Quadratmetern entspricht. Solche Projekte demonstrieren die technische und logistische Umsetzbarkeit von großflächigen Solarkonzepten.

Sektorkopplung: Wärmenetze als Schlüssel für 1Komma5 Grad Photovoltaik in Schleswig-Holstein

Ein wesentlicher Bestandteil der Pläne ist die intelligente Nutzung des erzeugten Solarstroms. In Kooperation mit dem Heizungshersteller Hoval plant 1Komma5° die Errichtung lokaler Wärmenetze. Das Konzept sieht vor, überschüssigen Solarstrom, der an sonnigen Tagen nicht direkt verbraucht oder in Batteriespeichern gesichert wird, zur Wärmeerzeugung zu nutzen. Diese Wärme soll dann über ein Netz an die angeschlossenen Haushalte verteilt werden.

Diese sogenannte Sektorkopplung – die Verknüpfung von Strom- und Wärmesektor – ist ein entscheidender Schritt für eine effiziente Energiewende. Sie löst das Problem der Speicherung von Solarstrom im Sommer für die Heizperiode im Winter und maximiert den Nutzen der installierten Anlagen.

1Komma5 Grad Photovoltaik Ausbau: Was bedeutet das für Hausbesitzer und Mieter?

Die strategische Partnerschaft mit Hoval bündelt die Kompetenzen aus Solartechnik und Heizungsbau. Gemeinsam wollen die Unternehmen ganzheitliche Systeme schaffen, die von der Stromerzeugung auf dem Dach bis zur Wärmeversorgung im Haus reichen.

Die Finanzierung derartiger Infrastrukturprojekte soll durch eine Kombination aus Eigenkapital des Unternehmens und staatlichen Fördermitteln gesichert werden. Gründinger zeigte sich zuversichtlich, dass die ersten Wärmenetz-Projekte in den kommenden Jahren realisiert werden können, sofern die politischen Rahmenbedingungen den Ausbau weiter unterstützen.

Was bedeutet das für Hausbesitzer und Mieter?

Die Pläne von 1Komma5° zielen zwar auf eine großflächige regionale Versorgung ab, doch der Kern der Energiewende liegt bei den einzelnen Haushalten. Für Hausbesitzer wird es immer attraktiver, durch eine eigene PV-Anlage mit Speicher und Montageset einen Großteil ihres Strombedarfs selbst zu decken und sich so von steigenden Strompreisen abzukoppeln.

Aber auch Mieter und Wohnungseigentümer haben die Möglichkeit, aktiv an der Energiewende teilzuhaben. Sogenannte Balkonkraftwerke sind eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, eigenen Solarstrom zu erzeugen. Je nach Bedarf und Verbrauchsprofil gibt es Balkonkraftwerke ohne Speicher, die den Grundverbrauch während des Tages senken, oder fortschrittlichere Balkonkraftwerke mit Speicher, die den selbst erzeugten Strom auch für die Abendstunden verfügbar machen.

Die Initiative in Schleswig-Holstein könnte somit als Blaupause für andere Regionen dienen und unterstreicht das enorme Potenzial, das auf den Dächern in Deutschland für eine saubere, sichere und bezahlbare Energieversorgung liegt.

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