Modulare Speichersysteme clever planen: Klein starten und bei Bedarf erweitern

Die Entscheidung für eine Photovoltaikanlage ist gefallen, doch eine entscheidende Frage bleibt: Wie groß soll der Stromspeicher sein? Viele künftige Anlagenbetreiber fürchten, eine zu kleine Batterie zu wählen, die dem späteren Bedarf – etwa durch ein E-Auto oder eine Wärmepumpe – nicht mehr gerecht wird.

Gleichzeitig schreckt die hohe Investition in einen überdimensionierten Speicher ab. Modulare Speichersysteme bieten hier eine flexible Lösung, mit der Sie bedarfsgerecht starten und für die Zukunft offen bleiben.

Was ist ein modularer Stromspeicher?

Stellen Sie sich einen modularen Speicher wie ein Bücherregal vor, das Sie bei Bedarf um weitere Fächer ergänzen können. Statt von Anfang an einen großen, fest dimensionierten Photovoltaik Speicher zu installieren, beginnen Sie mit einer Basiseinheit. Diese besteht aus dem Batteriemanagementsystem und einem oder mehreren Batteriemodulen. Wächst Ihr Strombedarf, können Sie einfach weitere Module hinzufügen und so die Gesamtkapazität des Speichers erhöhen.

Modulares Speichersystem

Dieses Prinzip bietet eine Antwort auf eine der größten Unsicherheiten bei der Energieplanung. Laut einer Statista-Studie aus dem Jahr 2023 sind 59 % der Eigenheimbesitzer über steigende Strompreise besorgt. Ein anpassungsfähiger Speicher ist ein entscheidender Baustein, um sich langfristig unabhängiger von diesen Schwankungen zu machen.

Szenario 1: Der Einstieg mit Plan für die Zukunft

Ein typischer Vierpersonenhaushalt ohne E-Auto oder Wärmepumpe verbraucht laut Fraunhofer ISE jährlich etwa 3.500 bis 4.500 kWh Strom. Nach einer gängigen Faustregel empfiehlt sich hier eine Speicherkapazität von etwa 4 bis 5 kWh, um den Eigenverbrauch deutlich zu steigern.

Ausgangslage: Sie installieren eine PV-Anlage mit einem modularen Speicher mit 5 kWh Kapazität. Damit erhöhen Sie Ihren Eigenverbrauchsanteil von rund 30 % auf durchschnittlich 60 %, wie die Speicher-Inspektion der HTW Berlin belegt.

Zukunft: Drei Jahre später schaffen Sie ein E-Auto an. Ihr Jahresstrombedarf steigt dadurch auf rund 7.000 kWh. Anstatt einen komplett neuen Speicher zu kaufen, erweitern Sie Ihr bestehendes System einfach um ein weiteres Modul mit 5 kWh und verdoppeln so Ihre Kapazität auf 10 kWh.

Die Vorteile: Warum ein modularer Aufbau oft die bessere Wahl ist

Die Entscheidung für ein modulares System ist mehr als nur eine technische Finesse; sie ist eine strategische Weichenstellung für die Zukunft Ihrer Energieversorgung.

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1. Flexibilität bei sich änderndem Lebensstil

Ihr Energiebedarf ist nicht in Stein gemeißelt. Die Anschaffung eines Elektroautos, die Installation einer Wärmepumpe oder Familienzuwachs können den Stromverbrauch drastisch erhöhen.

Praxiserfahrungen von Photovoltaik.info zeigen, dass ein Haushalt mit E-Auto schnell einen Jahresbedarf von 6.000 bis 7.500 kWh erreicht. Ein modularer Speicher wächst mit diesen Anforderungen, ohne dass eine teure Neuanschaffung nötig wird.

2. Geringere Anfangsinvestition

Ein kleinerer Speicher zu Beginn schont Ihr Budget. Sie investieren nur in die Kapazität, die Sie heute wirklich benötigen. Das senkt die finanzielle Hürde und verbessert die anfängliche Wirtschaftlichkeit Photovoltaik Ihrer Gesamtanlage. Sie vermeiden es, für ungenutzte Kapazität zu bezahlen.

3. Technologischer Fortschritt und sinkende Preise

Batteriezellenpreise sinken

Der Batteriemarkt entwickelt sich rasant. Laut BloombergNEF sind die Preise für Batteriezellen in den letzten zehn Jahren um über 85 % gefallen. Auch wenn kurzfristige Preisschwankungen möglich sind, ist der langfristige Trend eindeutig. Wenn Sie Ihr System in einigen Jahren erweitern, profitieren Sie wahrscheinlich von günstigeren Preisen und potenziell leistungsfähigerer Technologie für die neuen Module.

Wann lohnt sich eine große Einmallösung?

Trotz der vielen Vorteile eines modularen Aufbaus gibt es Situationen, in denen eine von Anfang an groß dimensionierte Speicherlösung die bessere Wahl sein kann.

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Szenario 2: Der feststehende Zukunftsplan

Stellen Sie sich vor, Sie bauen ein neues Haus und die Installation einer Wärmepumpe sowie die Anschaffung von zwei E-Autos sind bereits für das kommende Jahr fest eingeplant. Ihr künftiger Strombedarf ist somit sehr genau absehbar und wird von Beginn an hoch sein.

Ausgangslage: Ihr prognostizierter Jahresbedarf liegt bei über 10.000 kWh. Die Faustregel (1 kWh Speicher pro 1.000 kWh Verbrauch) legt eine Speicherkapazität von mindestens 10 kWh nahe.

Entscheidung: In diesem Fall kann es wirtschaftlicher sein, direkt einen Speicher mit 10 oder 15 kWh zu installieren. Sie sparen sich die Installationskosten für eine spätere Erweiterung und stellen sicher, dass alle Komponenten von Anfang an perfekt aufeinander abgestimmt sind. Zudem bieten Hersteller bei größeren Komplettpaketen oft attraktivere Konditionen.

Hauptgründe für eine größere Anfangsinvestition:

  • Planungssicherheit: Ihr zukünftiger hoher Energiebedarf steht bereits fest.
  • Kostenersparnis: Sie sparen die separaten Installationskosten für spätere Erweiterungen.
  • Förderungen: Manchmal sind Förderprogramme an eine bestimmte Mindestgröße des Speichers gekoppelt, die Sie mit einer kleinen Startlösung nicht erreichen würden.

Fazit: Vorausschauende Planung ist der Schlüssel

Die Entscheidung zwischen einem modularen Start und einer großen Einmallösung hängt maßgeblich von Ihrer individuellen Lebensplanung ab.

Für flexible Haushalte: Wenn Ihr zukünftiger Bedarf noch nicht feststeht, bietet ein modulares System die maximale Flexibilität und schützt Sie vor einer Fehlinvestition. Sie passen Ihre Anlage an Ihr Leben an – nicht umgekehrt.

Für entschlossene Bauherren: Wenn Ihr hoher Energiebedarf für die nahe Zukunft bereits klar ist, kann eine größere Anfangsinvestition wirtschaftlich und praktisch sinnvoller sein.

Die Erfahrung zeigt, dass sich die meisten Nutzer für eine modulare Lösung entscheiden, da sie finanzielle Sicherheit mit Zukunftsfähigkeit kombiniert.

Große Einmallösung

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist die nachträgliche Erweiterung eines Speichers kompliziert?

Nein, bei einem dafür vorgesehenen modularen System ist der Prozess in der Regel unkompliziert. Ein Fachinstallateur kann ein neues Modul meist innerhalb weniger Stunden hinzufügen und in das System integrieren.

Bieten alle Hersteller modulare Systeme an?

Viele führende Hersteller haben modulare Speicher im Programm, aber nicht alle. Es ist wichtig, dies bereits bei der ursprünglichen Kaufentscheidung zu berücksichtigen. Ein System, das nicht modular konzipiert ist, kann später nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand erweitert werden.

Kann ich Module unterschiedlicher Hersteller kombinieren?

Nein, das ist in der Regel nicht möglich. Sie müssen bei dem Hersteller und der Produktlinie bleiben, für die Sie sich ursprünglich entschieden haben. Die Batteriemanagementsysteme sind auf die spezifischen Module des jeweiligen Herstellers abgestimmt.

Gibt es auch modulare Speicher für kleine Anlagen?

Ja, das Prinzip der Modularität gilt auch für kleinere Systeme. So gibt es mittlerweile auch für das Balkonkraftwerk mit Speicher Lösungen, bei denen die Kapazität durch zusätzliche Akkus schrittweise erhöht werden kann.

Sie möchten mehr über die Auswahl des richtigen Speichers erfahren oder suchen nach passenden Komponenten? Weitere praxisnahe Informationen und auf typische Anlagengrößen abgestimmte Komplettsets finden Sie direkt im Shop von Photovoltaik.info.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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