PV-Anlage beschriften: So sorgen Sie für eine sichere und normgerechte Kennzeichnung

PV-Anlage beschriften: So sorgen Sie für eine sichere und normgerechte Kennzeichnung
Eine Photovoltaikanlage ist eine Investition in die Zukunft, die über Jahrzehnte hinweg zuverlässig Strom liefern soll. Während die Auswahl von Solarmodulen und Wechselrichtern im Fokus der Planung steht, wird ein entscheidendes Detail oft vernachlässigt: die korrekte und dauerhafte Beschriftung aller Komponenten.
Eine fehlende oder unsachgemäße Kennzeichnung ist mehr als nur ein Formfehler. Sie stellt ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko dar und kann bei Wartungsarbeiten oder im Notfall erhebliche Probleme verursachen.
Dieser Beitrag erklärt, warum eine vorschriftsmäßige Beschriftung unverzichtbar ist, welche Materialien sich eignen und wie Sie die Kennzeichnung Ihrer PV-Anlage korrekt umsetzen.
Warum ist die richtige Kennzeichnung einer PV-Anlage so wichtig?
Stellen Sie sich vor, ein Feuerwehrmann muss im Brandfall Ihr Haus betreten. Er muss sofort erkennen können, dass eine PV-Anlage auf dem Dach installiert ist und wo die stromführenden Leitungen und Schaltelemente verlaufen. Ohne klare Warnhinweise und Beschriftungen besteht Lebensgefahr.
Aber auch im normalen Betrieb ist die Kennzeichnung essenziell:
- Sicherheit für Installateure und Wartungstechniker: Ein Techniker, der an Ihrer Anlage arbeitet, muss eindeutig identifizieren können, welche Kabel zu welchem Modulstrang gehören und welche Bauteile unter Spannung stehen. Eine Verwechslung kann zu schweren Unfällen führen.
- Effiziente Fehlersuche: Tritt eine Störung auf, ermöglicht eine saubere Beschriftung eine schnelle und gezielte Diagnose. Ohne sie wird die Suche nach der Fehlerquelle zur langwierigen und kostspieligen Angelegenheit.
- Erfüllung von Normen und Vorschriften: Die Normen DIN VDE 0100-712 und DIN EN 62446 schreiben eine eindeutige und dauerhafte Kennzeichnung vor. Eine nicht normgerechte Anlage kann bei der Abnahme durch den Netzbetreiber beanstandet werden.
- Dokumentation und Übersicht: Eine gute Beschriftung ist Teil einer sauberen Anlagendokumentation. Sie hilft Ihnen, den Überblick zu behalten, und ist ein Qualitätsmerkmal, das den Wert Ihrer Immobilie sichert.
Die Erfahrung zeigt, dass viele Anlagenbetreiber die Bedeutung der Beschriftung erst erkennen, wenn ein Problem auftritt. Eine vorausschauende Planung erspart hier viel Ärger und potenzielle Gefahren.
Was muss alles beschriftet werden? Ein Überblick
Eine vollständige Kennzeichnung umfasst alle betriebs- und sicherheitsrelevanten Komponenten der Anlage. Dazu gehören typischerweise:
- Solarmodule und Stränge (Strings): Jede Kette von Modulen sollte markiert sein.
- Gleichstromleitungen (DC): Alle Kabel, die vom Dach zum Wechselrichter führen, müssen als solche gekennzeichnet sein.
- Generatoranschlusskasten (GAK): Hier werden die Stränge zusammengeführt, weshalb eine klare Zuordnung unerlässlich ist.
- Wechselrichter: Das Herzstück der Anlage muss mit allen relevanten Leistungsdaten und Warnhinweisen versehen sein.
- Wechselstromleitungen (AC): Die Verbindung vom Wechselrichter zum Stromnetz.
- Sicherungs- und Verteilerkasten: Hier müssen die zugehörigen Sicherungen und der Einspeisepunkt klar identifiziert werden.
- Warnhinweise: An gut sichtbaren Stellen, wie dem Zählerschrank und dem Hauseingang, müssen Warnschilder auf die PV-Anlage hinweisen.
Ein Warnschild mit der Aufschrift „PV-Anlage“ hängt an einem Stromkasten und weist auf die Gefahren durch die Photovoltaikanlage hin.

Materialien für eine dauerhafte Beschriftung: Was wirklich hält
Die Komponenten einer PV-Anlage sind extremen Wetterbedingungen ausgesetzt. Sonne, Regen, Schnee und starke Temperaturschwankungen stellen hohe Anforderungen an das Beschriftungsmaterial. Papieretiketten oder mit Filzstift geschriebene Markierungen sind nach kurzer Zeit unleserlich und daher ungeeignet.
Für eine normgerechte und langlebige Kennzeichnung haben sich folgende Materialien bewährt:
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Moderne Industrieetiketten sind eine ausgezeichnete Wahl für die Beschriftung in Innenräumen, etwa am Wechselrichter oder im Zählerschrank. Achten Sie auf folgende Eigenschaften:
- Material: Hochwertige Polyester- oder Vinylfolien.
- Klebstoff: Ein stark haftender Acrylatkleber, der auf verschiedenen Oberflächen hält.
- Druck: Thermotransferdruck ist deutlich haltbarer als herkömmlicher Tinten- oder Laserdruck.
- UV-Beständigkeit: Für den Außeneinsatz ist eine hohe UV-Beständigkeit unerlässlich, um das Ausbleichen zu verhindern.
Praxisbeispiel: Für die Kennzeichnung der DC-Kabel am Eingang zum Generatoranschlusskasten eignen sich spezielle Kabelmarkierer aus Kunststoff, die auf die Kabel geklipst oder mit Kabelbindern befestigt werden.
2. Gravierte Schilder
Für die besonders dauerhafte Kennzeichnung, vor allem im Außenbereich und an zentralen Verteilerpunkten, sind gravierte Schilder die beste Lösung.
- Material: Meist wird zweischichtiges Kunststoffmaterial (z. B. Resopal) verwendet. Die obere Schicht wird weggefräst, sodass die darunterliegende, andersfarbige Schicht als Schrift sichtbar wird.
- Vorteile: Extreme Witterungs- und UV-Beständigkeit, hohe mechanische Stabilität und eine sehr professionelle Optik.
- Anwendung: Typische Einsatzorte sind der Generatoranschlusskasten, der Zählerschrank (zur Kennzeichnung der PV-Sicherungen) und das Hauptwarnschild am Gebäudeeingang.
In der Praxis bewährt sich oft eine Kombination: Gravierte Schilder kommen an kritischen Punkten zum Einsatz, während hochwertige Klebeetiketten der Detailbeschriftung einzelner Komponenten dienen.

Die richtige Umsetzung: So wird Ihre Anlage vorschriftsmäßig gekennzeichnet
Die Kennzeichnung sollte systematisch und nachvollziehbar sein. Eine gute Orientierung bieten hier die geltenden VDE-Normen.
Beschriftung der Kabel und Leitungen
Die Gleichstromleitungen (DC) zwischen den Modulen und dem Wechselrichter sind das Rückgrat Ihrer Anlage. Eine Verwechslung von Plus- und Minuspol kann den Wechselrichter zerstören.
- Kennzeichnung: Markieren Sie die Kabel an beiden Enden (am Generatoranschlusskasten und am Wechselrichter) eindeutig, z. B. mit „String 1 +“, „String 1 -“, „String 2 +“ usw.
- Methode: Hierfür eignen sich spezielle Kabelmarkierer oder robuste Kabelwickeletiketten (sogenannte „Fähnchen“).
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8.599,00 €Kennzeichnung am Wechselrichter
Der Wechselrichter muss klar als Quelle der Einspeisung erkennbar sein. Die Beschriftung sollte folgende Informationen enthalten:
- Hinweis: „Spannungsführende Teile auch nach Freischaltung der Anlage. PV-Generator nicht lastfrei schaltbar.“
- Kennzeichnung der DC- und AC-Anschlüsse.
- Maximale Eingangsspannung und maximaler Eingangsstrom.

Beschriftung im Zählerschrank
Im zentralen Verteilerkasten Ihres Hauses muss unmissverständlich klar sein, welche Sicherungen zur PV-Anlage gehören.
- Kennzeichnung: Beschriften Sie den Sicherungsautomaten, der die AC-Leitung vom Wechselrichter absichert, deutlich mit „PV-Anlage“ oder „Stromerzeugungsanlage“.
- Warnhinweis: Ebenfalls vorgeschrieben ist ein allgemeiner Warnhinweis im Zählerschrank, der auf die zweite Spannungsquelle hinweist. Er informiert darüber, dass das Hausnetz auch nach Abschalten der Hauptsicherung noch über die PV-Anlage unter Spannung stehen kann.
Praxis-Tipp: Die Informationsplattform Photovoltaik.info bietet detaillierte Anleitungen und Checklisten, die Ihnen dabei helfen, alle normativen Anforderungen an die Dokumentation und Kennzeichnung zu erfüllen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Beschriftung von PV-Anlagen
-
Muss ich meine PV-Anlage selbst beschriften?
In der Regel übernimmt der beauftragte Fachbetrieb die normgerechte Kennzeichnung als Teil der Installation. Es ist jedoch ratsam, dies im Angebot explizit zu prüfen und bei der Abnahme der Anlage zu kontrollieren. -
Was passiert, wenn meine Anlage nicht korrekt beschriftet ist?
Eine mangelhafte Kennzeichnung kann dazu führen, dass der Netzbetreiber die Inbetriebnahme der Anlage verweigert. Zudem kann bei Unfällen, die auf eine fehlende Beschriftung zurückzuführen sind, der Versicherungsschutz erlöschen. -
Gibt es fertige Sets für die PV-Kennzeichnung zu kaufen?
Ja, im Fachhandel und online gibt es vorgefertigte Etiketten- und Schilder-Sets, die die gängigsten Kennzeichnungen nach VDE-Norm enthalten. Diese sind eine gute Grundlage für eine Standardinstallation. -
Wie beschrifte ich ein Balkonkraftwerk richtig?
Auch für ein Balkonkraftwerk ist eine Kennzeichnung wichtig. Markieren Sie die Steckdose, an der die Mini-PV-Anlage angeschlossen ist, mit einem entsprechenden Hinweis. Ein Aufkleber am Wechselrichter und an den Modulen selbst schafft zusätzliche Sicherheit. -
Kann ich die Beschriftung nachträglich verbessern?
Ja, eine Nachbesserung ist jederzeit möglich und empfehlenswert. Verwenden Sie dafür die oben beschriebenen dauerhaften Materialien. Wenn Sie unsicher sind, ziehen Sie einen Elektrofachbetrieb zurate.
Fazit: Sicherheit und Professionalität durch saubere Kennzeichnung
Die richtige Beschriftung einer PV-Anlage ist weit mehr als eine formale Pflicht. Sie ist ein fundamentaler Baustein für die Sicherheit, die Langlebigkeit und einen effizienten Betrieb Ihrer Anlage. Indem Sie auf dauerhafte Materialien wie gravierte Schilder und UV-beständige Etiketten setzen, stellen Sie sicher, dass alle sicherheitsrelevanten Informationen auch nach Jahren noch lesbar sind. Dies schützt nicht nur Techniker und Rettungskräfte, sondern auch Ihre eigene Investition.
Eine sorgfältige und normgerechte Kennzeichnung ist das sichtbare Zeichen einer professionell installierten Photovoltaikanlage. Benötigen Sie die passenden Materialien dafür? Entdecken Sie im Shop von Photovoltaik.info professionelle Kennzeichnungs-Sets und Zubehör, um Ihre Anlage sicher und vorschriftsmäßig auszustatten.



