PV-Anlage auf Trapezblech montieren: So wählen Sie das richtige Befestigungsmaterial

PV-Anlage auf Trapezblech montieren: So wählen Sie das richtige Befestigungsmaterial
Carports, Garagen, Werkshallen oder landwirtschaftliche Gebäude haben oft eines gemeinsam: Ihre Dächer sind mit Trapezblech eingedeckt. Diese Flächen bieten ein enormes Potenzial für die Solarenergiegewinnung.
Allerdings stellt die Montage einer Photovoltaikanlage auf einem Metalldach andere Anforderungen als auf einem klassischen Ziegeldach. Eine unsachgemäße Befestigung kann schnell zu Undichtigkeiten oder Instabilität führen.
Dieser Beitrag ist Ihr Leitfaden mit praktischer Checkliste. Wir erklären, worauf Sie bei der Auswahl von Stockschrauben, Solarbefestigern und Dichtungen achten müssen, damit Ihre Anlage sicher und dauerhaft auf dem Trapezblechdach hält.
Warum die Befestigung auf Trapezblech besondere Sorgfalt erfordert
Im Gegensatz zu massiven Dachziegeln ist Trapezblech ein relativ dünnes Material. Die Herausforderung besteht darin, die Last der Solarmodule sicher in die darunterliegende Dachkonstruktion zu leiten, ohne die Dachhaut zu beschädigen.
Drei Faktoren sind dabei entscheidend:
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Dichtigkeit: Jedes Bohrloch ist eine potenzielle Schwachstelle für eindringendes Wasser. Eine absolut zuverlässige Abdichtung ist daher unerlässlich.
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Stabilität: Die Befestigungselemente dürfen nicht nur im dünnen Blech halten, sondern müssen fest in der Unterkonstruktion (meist aus Holz oder Stahl) verankert sein.
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Positionierung: Die Montage erfolgt ausschließlich auf den „Bergen“ des Blechs, den sogenannten Hochsicken. In den „Tälern“ (Tiefsicken) sammelt sich Regenwasser, weshalb Bohrungen hier tabu sind.
Ein praktisches Beispiel verdeutlicht die Gefahr: Stellen Sie sich einen starken Regenguss vor. Das Wasser fließt in den Tiefsicken ab. Befinden sich dort Ihre Bohrlöcher, drückt es direkt auf die Dichtung und findet früher oder später einen Weg ins Innere. Auf der Hochsicke hingegen fließt das Wasser einfach an der Befestigungsstelle vorbei.
Die Kernkomponenten der Befestigung: Eine Übersicht
Ein Montagesystem für Trapezblechdächer besteht aus aufeinander abgestimmten Komponenten. Die genaue Auswahl hängt davon ab, ob Ihre Unterkonstruktion aus Holzpfetten oder Stahlträgern besteht.
Die grundlegenden Elemente sind jedoch meist die gleichen und bilden das Fundament für eine sichere Installation.
Stockschrauben und Solarbefestiger: Das Fundament Ihrer Anlage
Stockschrauben sind spezielle Schrauben mit zwei unterschiedlichen Gewinden: einem Holz- oder Metallgewinde zur Verankerung in der Unterkonstruktion und einem metrischen Gewinde für die Aufnahme der Montageschiene. Sie sind das wichtigste Verbindungselement.
Der entscheidende Punkt bei der Montage ist, dass die Stockschraube durch das Trapezblech hindurch in die darunterliegende Pfette oder den Träger geschraubt wird. Nur so ist eine sichere Lastübertragung gewährleistet. Die Erfahrung zeigt, dass hier die meisten Fehler bei der Selbstmontage passieren: Werden die Schrauben zu kurz gewählt, halten sie nur im Blech und können bei Wind- oder Schneelast ausreißen.
Faustregel: Eine Stockschraube sollte für sicheren Halt mindestens 60 bis 80 mm tief in der Holz-Unterkonstruktion verankert sein.
Jede Stockschraube wird mit einer EPDM-Dichtung versehen. Dieser witterungsbeständige Gummi wird beim Anziehen der Mutter auf das Blech gepresst und sorgt für eine dauerhaft wasserdichte Verbindung.
Die korrekte Auswahl der Schrauben und Dichtungen ist daher entscheidend für die Stabilität und Langlebigkeit der gesamten Anlage. Eine solide Unterkonstruktion für Photovoltaikanlage ist die Basis für jede langlebige PV-Anlage.

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Auf den Stockschrauben, die aus dem Dach ragen, werden die Montageschienen befestigt. Sie bilden das stabile Gerüst, auf dem später die Solarmodule montiert werden, und verteilen deren Gewicht gleichmäßig auf die Befestigungspunkte.
Für Trapezblechdächer werden häufig sogenannte Kurzschienensysteme verwendet. Diese sind leichter und oft kostengünstiger, da sie direkt über den Hochsicken positioniert werden, wo sich die Stockschrauben befinden. Lange Schienen, die mehrere Befestigungspunkte überbrücken, kommen ebenfalls zum Einsatz, insbesondere bei größeren Anlagen oder unregelmäßigen Pfettenabständen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Bei einem typischen Carportdach von 6 x 4 Metern mit einem regelmäßigen Pfettenabstand von 80 cm ist ein Kurzschienensystem oft die effizienteste Lösung. Die Schienen werden direkt über den Pfetten montiert, was Material und Montagezeit spart.
Modulklemmen: Der sichere Halt für jedes Panel
Die Solarmodule werden mit speziellen Klemmen auf den Montageschienen fixiert. Man unterscheidet zwischen:
- Mittelklemmen: Sie werden zwischen zwei Modulen platziert und halten beide gleichzeitig.
- Endklemmen: Sie schließen eine Modulreihe an den Außenseiten ab.
Achten Sie unbedingt darauf, dass die Höhe der Klemmen exakt zur Rahmenhöhe der Solarmodule passt (z. B. 30 mm, 35 mm oder 40 mm). Zu hohe oder zu niedrige Klemmen führen zu unzureichendem Halt und können die Modulrahmen beschädigen. Wenn Sie noch in der Planungsphase sind, finden Sie bei Photovoltaik.info eine große Auswahl passender Solarmodule für Ihr Projekt.
Checkliste: Das richtige Befestigungsmaterial für Ihr Trapezblechdach
Bevor Sie Material bestellen, sollten Sie folgende Punkte klären:
- Unterkonstruktion: Besteht sie aus Holz oder Stahl? Dies bestimmt die Art der Stockschrauben (Holz- oder Bohrschrauben).
- Pfettenabstand: Messen Sie den Abstand der Träger, auf denen das Trapezblech aufliegt. Dies ist entscheidend für die Positionierung der Befestigungspunkte.
- Profilhöhe: Wie hoch ist die Hochsicke Ihres Trapezblechs? Die Stockschrauben müssen lang genug sein, um diese Höhe zu überbrücken und tief in der Unterkonstruktion verankert zu werden.
- Modul-Rahmenhöhe: Welche Rahmenhöhe haben Ihre Solarmodule? Danach richtet sich die Größe der Mittel- und Endklemmen.
Ihre Material-Einkaufsliste:
- Stockschrauben: Passend für Holz- oder Stahlunterkonstruktion
- Adapterplatten: Zur Befestigung der Schienen auf den Stockschrauben
- EPDM-Dichtungen mit Flanschmuttern: Für eine wasserdichte Abdichtung
- Montageschienen: Kurz- oder Langschienensystem
- Schienenverbinder: Nur bei Verwendung von Langschienen benötigt
- Mittelklemmen: Passend zur Rahmenhöhe Ihrer Module
- Endklemmen: Passend zur Rahmenhöhe Ihrer Module
- Schrauben und Muttern aus Edelstahl: Zur Befestigung der Klemmen

FAQ – Ihre Fragen zur Befestigung auf Trapezblech
Kann ich die Anlage auf einem Trapezblechdach selbst montieren?
Mit handwerklichem Geschick, dem richtigen Werkzeug und sorgfältiger Planung ist die Selbstmontage möglich. Beachten Sie unbedingt die Sicherheitsvorschriften für Arbeiten auf dem Dach. Wenn Sie unsicher sind, insbesondere bei Fragen zur Statik, sollten Sie immer einen Fachbetrieb hinzuziehen.
Was ist der Unterschied bei der Montage auf einer Holz- vs. Stahl-Unterkonstruktion?
Für eine Holzkonstruktion verwenden Sie Stockschrauben mit einem groben Holzgewinde. Für eine Stahlkonstruktion benötigen Sie spezielle Bohrschrauben, die sich ihr Gewinde selbst schneiden, oder Sie müssen mit einem Metallbohrer vorbohren.
Wie viele Befestigungspunkte benötige ich?
Die Anzahl hängt von den Herstellerangaben der Module sowie der Wind- und Schneelastzone Ihres Standortes ab. Viele Hersteller bieten Online-Tools zur Berechnung an. Im Zweifel gilt: lieber einen Befestigungspunkt mehr als einen zu wenig.
Muss ich das Dach für die Montage betreten?
Ja, in der Regel ist das unumgänglich. Verwenden Sie Laufbohlen oder Bretter, um Ihr Gewicht zu verteilen und das dünne Blech nicht zu verformen oder zu beschädigen.
Ist die Statik ein Problem?
Moderne PV-Anlagen wiegen ca. 12–15 kg pro Quadratmeter. Das ist für die meisten Dächer unproblematisch, doch bei älteren oder sehr weit gespannten Konstruktionen (z. B. Industriehallen) sollte ein Statiker die Tragfähigkeit prüfen. Die Statik bei Kleinanlagen wie einem Balkonkraftwerk ist zwar meist unkritisch, da eine spezielle Balkonkraftwerk Halterung das Gewicht gezielt auf stabile Bauteile verteilt – bei kompletten Dächern ist eine sorgfältige Prüfung jedoch unerlässlich.

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Trapezblechdächer eignen sich hervorragend für die Gewinnung von Sonnenstrom. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen und langlebigen Installation ist die sorgfältige Auswahl und Montage des Befestigungsmaterials. Wenn Sie die Grundregeln – Montage auf der Hochsicke, feste Verankerung in der Unterkonstruktion und eine saubere Abdichtung – beachten, schaffen Sie eine sichere Basis für Ihre eigene Energiewende.
Für die Langlebigkeit und Sicherheit Ihrer Anlage ist die Auswahl der richtigen Komponenten entscheidend. Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie komplette Montagesets, die speziell für Trapezblechdächer konzipiert sind und alle notwendigen Teile enthalten.



