Photovoltaik Speicher

1. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Photovoltaik Einführung

Gesunkene Einspeisevergütung, steigende Strompreise – alles, so scheint es den Betreibern von Solaranlagen, spricht neuerdings für Speichersysteme, mit denen Sie Ihre überschüssig produzierte Energie selbst verbrauchen können. Pünktlich zum Paradigmenwechsel in der Photovoltaikförderung ist die Solarindustrie auch schon mit den passenden Angeboten am Markt. 2012 wurden in Deutschland Solarstromspeicher mit einer Gesamtkapazität von rund 10 MW verkauft. Für 2013 rechnet die Branche mit einer Verfünffachung des Umsatzes. Bis 2015 sollen dann schon bis zu 40 % aller PV-Anlagen über einen Speicher verfügen. Weltweit wird der Markt im Jahr 2017 vom Marktforschungsinstitut IHS auf einen Wert von 7,5 Mrd. US-$ geschätzt. Allerdings ist es für keinen PVA-Betreiber ratsam, einfach dem Trend hinterher zu laufen. Solarstromspeicher sind eine teure Investitionsentscheidungen und müssen sorgfältig abgewogen werden.

Innovationen und Technologien bei Solarspeichern

Innovationen und Technologien bei Solarspeichern

Neue Technologie – altes Prinzip

So innovativ sich Solarstromspeicher-Hersteller auch geben – das technische Prinzip der Speicherung  von Strom bleibt das von vor 100 Jahren, und damit auch die altbekannten Bewertungskriterien. Insofern lassen sich Kosten und Nutzen genau abwägen. Die traditionellen Blei-Säure-Akkus, die modernen Blei-Gel-Akkus und die relativ neuen Lithium-Ionen-Akkus, die derzeit für die Speicherung von Solarstrom zur Verfügung stehen, liegen allesamt noch bei 5.000 Ladezyklen. Da Blei-Akkus höchstens auf 50 % Kapazität absinken dürfen, wird den Lithium-Ionen-Akkus (10 % Entladetiefe) eine entscheidend höhere Lebenserwartung zugesprochen. Generell halten Akkus allerdings länger durch, wenn sich die Entladung auf 20 % beschränkt und schneller wieder nachgeladen wird. Unter diesem Aspekt relativieren sich die Angaben der Hersteller mit bis zu 10 bzw. 20 Jahren Lebensdauer schon erheblich.

Das hat auch Einfluss auf die Dimensionierung eines Solarstromspeichers. Soll die gesamte Leistung der Photovoltaikanlage genutzt werden, muss der Speicher mindestens das Doppelte dieser Kapazität aufweisen. Schon verdoppeln sich die Investitionskosten und im Übrigen auch der Platzbedarf für den Speicher.

Kosten-Nutzen-Überschlag für Solarstromspeicher

Für eine 5-kWp-Anlage liegen laut Angaben des Bundesverbandes der Solarwirtschaft (BSW Solar) die Preise für ein Lithium-Batteriesystem zwischen 8.000 und 19.500 Euro, für Blei-Batteriesysteme bei rund 6000 Euro. Da diese Speicher allein den Eigenverbrauch nicht zu 100 % sichern können, bleibt ein Wert von rund 40 %, der die Amortisationszeit verlängert (20 % Kapazitätslücke x doppelter Stromlieferantenpreis). Die Stromrechnung der vierköpfigen Familie, die sich üblicher Weise mit einer 5-kWp-Solaranlage versorgt, ändert sich mit dem Speichereinsatz so gut wie nicht.

Diese Einschätzung geht konform mit den Rentabilitätszahlen, die auf der Intersolar Europe 2013 in München vorgestellt wurden. Die günstigste Variante, eine Kilowattstunde Solarstrom zu speichern (Blei-Akku), kostet derzeit ca. 15 Cent. Zusammen mit den Kosten für die Erzeugung kommt der PVA-Betreiber in etwa auf den durchschnittlichen Strompreis.

Solaranlage Angebot

Allerdings sieht die Branche durch den steigenden Wettbewerb ein Absinken dieser Kennzahl auf 10 Cent im Jahr 2020. Genau das sollten Anlagenbetreiber abwarten, wenn der Solarstromspeicher auch einen positiven monetären Effekt bewirken soll.

Innovationen bei Solarspeichern

Die aktuellen Innovationen in der Speicherbarkeit von Solarstrom liegen nicht in der Regenerierung der Energieform, sondern in der Umwandlung in Wärmeenergie. Das beste Beispiel sind Solarheizstrahler, die tagsüber Sonnenenergie in Batterien sammeln und am Abend über Heizdrähte direkt abstrahlen. Noch sind sie teurer als Infrarot- oder Gasheizstrahler, aber der Energiebezug kostet nichts und die CO2-Emission ist gleich Null.

Die Verwandlung von Solarenergie in gespeicherte Wärmeenergie findet bereits als Großanwendung statt.

Thermochemische Speicher mit den Speichermitteln Silikagel oder Zeolith ermöglichen eine Wärmespeicherung mit hohen Energiedichten von 200 bis 500 kWh pro m³ und können ganze Straßenzüge beheizen. Das Solar-Thermo-Kraftwerk „Andasol 1″ in Spanien verlängert mit 30.000 Tonnen Flüssigsalz im Speicher seine tägliche Stromlieferzeit auf 16,5 Stunden.

Die zukunftsweisendste Innovation kommt aus dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), das in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut und Energiesystemtechnik IWES ein Verfahren zur Umwandlung von Solarstrom in Methangas entwickelt hat. Damit ist erstmals ein universeller Einsatz von Solarstrom möglich.

Interessante Links zum Thema:

Auf dieser Webseite:

Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen
Angebot für Photovoltaikanlage einholen

Auf anderen Webseiten:
Informationen über Photovoltaik Speicher – photovoltaik-speicher.info
Photovoltaik-Speichersysteme steigern Solarstrom-Eigenverbrauch

 

geschrieben von: Patrick Thoma

Patrick Thoma

Patrick Thoma ist im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig. Er ist Autor und Herausgeber der Seite Photovoltaik.info auf der es um allgemeine Themen der Photovoltaik geht. Ziel der Seite ist es, Themen zu behandeln die einen Interessenten für eine Photovoltaikanlage beschäftigen und diese in einfachen Worten zu erklären.

Solaranlage Angebot


Schlagworte: