Was ist eine Solarheizung?

11. November 2016 | Von | Kategorie: Heizen

Die kostenlose Kraft der Sonne kann nicht nur für die Stromerzeugung genutzt werden, sondern bietet auch interessante Möglichkeiten für die saubere Warmwassererzeugung zum Nulltarif. Gegenüber den recht teuren Photovoltaikmodulen sind Solarkollektoren deutlich günstiger und sind daher besonders attraktiv. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und wann sich eine Solarheizung lohnt.

Was ist eine Solarheizung?

Solarthermieanlagen für die Warmwasserzeugung bestehen aus drei Komponenten: Die Kollektoren nutzen die Sonnenkraft, um das Wasser auf dem Dach mithilfe der Sonnenwärme zu erhitzen, während der Pufferspeicher, die erzeugte Wärme speichert. Beide Komponenten kommen allerdings kaum ohne die Umwälzpumpe aus, da „passive Systeme“ mit natürlicher Zirkulation bei uns eher selten verwendet werden.

Bei der Auswahl einer Solarthermieanlage müssen sich Interessenten zunächst für die Solarkollektoren entscheiden. Hier stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. Während einfache Flachkollektoren besonders günstig sind, punkten Vakuumröhren-Kollektoren mit einer besseren Effizienz. Dafür kosten sie aber auch deutlich mehr. Das Wirkungsprinzip beider Kollektoren ist im Prinzip ähnlich, allerdings befindet sich der Absorber, der die Strahlungsenergie der Sonne absorbiert, bei letzterem Modell in einem evakuierten Glaszylinder. Durch dieses Vakuum werden die Energieverluste merklich reduziert.

Was sind die Vorteile einer Solarheizung?

– Saubere Energie zum Nulltarif: Mithilfe der Solarkollektoren kann die kostenlos und unbegrenzt zur Verfügung stehende Sonnenwärme für die Brauch- und Heizwassererwärmung genutzt und somit der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt werden.

– Drastische Senkung der Heizkosten: Mit einer Solarheizung können Heizkosten um bis zu 50 % gesenkt werden.

– Lange Lebensdauer: Solarheizungen sind zuverlässig arbeitende Anlagen, die sich seit Langem bewährt haben und eine hohe Lebensdauer aufweisen.

– Staatliche Förderung: Von der BAFA und der KfW stehen verschiedene Förderungsmöglichkeiten und zinsgünstige Kredite zur Verfügung. Damit amortisieren sich die Investitionskosten noch schneller.

Was sind die Nachteile einer Solarheizung?

– Erträge wetterabhängig: Je nach Wetterlage erzeugen die Kollektoren unterschiedliche Mengen an Warmwasser. Besonders im Sommer, wenn die Heizung in der Regel nicht genutzt wird, steht besonders viel Wärme zur Verfügung, während es im Winter leicht zu einer unzureichenden Produktion kommen kann.

– Zusätzliche Investition zu einer anderen Heizung: Da die Solarheizung in der Regel nicht ausreicht, um den gesamten Bedarf an Warmwasser für die Heizung abzudecken, benötigen Hausbesitzer eine zusätzliche Heizung. Die Solarthermie stellt damit eine zusätzliche Investition, die allerdings staatlich gefördert wird, dar.

– Eingriff in die Dachflächen: Solarkollektoren werden meist auf dem Dach installiert und können dort zu ästhetischer Beeinträchtigung führen. Werden die Kollektoren in die Dachfläche integriert, muss auf eine optimale Installation geachtet werden, damit keine Feuchtigkeit in das Dach eindringen kann.

Was kostet die Solarheizung?

Die Kosten für eine Solarheizung fallen recht unterschiedlich aus. Viele Hausbesitzer nutzen die Solarwärme nur für die Brauchwassererwärmung. Solche Anlagen gibt es ab etwa 3.000 Euro. Solaranlagen für die Heizungsunterstützung schlagen in einem 4-Personen-Haushalt dagegen je nach Größe und Art der Module mit bis zu 12.000 Euro zu Buche.

Die jeweiligen Investitionskosten ergeben sich nicht nur aus den Kollektoren und deren Installation, sondern auch aus der notwendigen Verrohrung sowie der Anschaffung einer Wärmepumpe und eines Speichers, der eine effiziente Wärmenutzung garantiert.

Für wen lohnt sich eine Solarheizung?

Die kostenlose Sonnenkraft für die Erwärmung des eigenen Brauchwassers zu nutzen, lohnt sich im Prinzip für jeden Hausbesitzer mit geeigneten Dachflächen. Auch auf kleineren Terrassenüberdachungen oder selbst auf der Wiese können theoretisch Solarthermiemodule aufgestellt werden. Es gilt jedoch: Je näher sich die Module an dem Ort der Warmwassernutzung befinden, desto geringer sind die Wärmeverluste.

Wer keinen Platz für einen Warmwasserspeicher hat, kann Solarkollektoren mit integriertem Speicher nutzen. Sollte dabei allerdings beachten, dass diese schnell abkühlen und in Deutschland kaum geeignet sind. Im Ferienhaus im warmen Süden können die günstigen Module eventuell Sinn machen.

Bei großen, freien Dachflächen kann die Solarthermie auch zur Heizungsunterstützung genutzt werden. In diesem Fall ist ein ausreichend großer Warmwasserspeicher notwendig, um die tagsüber produzierte Wärme auch während der dunklen Tageszeit und bei schlechtem Wetter anbieten zu können. Aber auch die größte Solarthermieanlage wird in Deutschland kaum als alleinige Wärmequelle für die Heizung ausreichend. Eine Ergänzung mit einem anderen Heizsystem wie Erdwärme, alternativen Energien oder konventionellen Heizkesseln ist daher ratsam.

Besonders effizient arbeitet eine Solarheizung wie die Wärmepumpe übrigens bei Fußbodenheizungen. Beide Energiequellen ergänzen sich daher optimal.

Eine gute Option sind Solarthermieanlagen zudem auch für Pool- oder Whirlpoolbesitzer, die damit ihr Badewasser kostenlos erwärmen können.

Welche Kosten müssen jährlich für die Solarheizung einkalkuliert werden?

Eine Solarthermieanlage produziert mithilfe der kostenlosen Sonnenenergie warmes Wasser für den täglichen Bedarf und die Heizung. Dennoch ist der Betrieb einer solchen Heizung nicht komplett kostenlos, da in der Regel eine Wärmepumpe für einen effizienten Betrieb benötigt wird. Diese Wärmepumpe verursacht je nach Anlagengröße geringe Stromkosten. Wer genügend Platz auf dem Dach hat und gleichzeitig eine Photovoltaikanlage installiert, kann den für die Wärmepumpe nötigen Strom auch selbst auf saubere Weise produzieren und senkt so seine Nebenkosten erneut.

Wartung einer Solarheizung

Für einen effizienten Betrieb der Solarheizung sollte sie regelmäßig gewartet werden. Experten gehen daher von jährlichen Kosten von etwa 60 Euro im Jahr aus. Wer zudem die recht teure Solarthermieanlage gegen Schäden wie Hagelschlag versichern möchte, muss dafür zusätzlich etwa 40 Euro einkalkulieren. Einige Fachfirmen bieten auch Rundum-sorglos-Pakete inklusive Wartung und Versicherung an.

geschrieben von: Patrick Thoma

Patrick Thoma

Patrick Thoma ist im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig. Er ist Autor und Herausgeber der Seite Photovoltaik.info auf der es um allgemeine Themen der Photovoltaik geht. Ziel der Seite ist es, Themen zu behandeln die einen Interessenten für eine Photovoltaikanlage beschäftigen und diese in einfachen Worten zu erklären.

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