17. Oktober 2018

Kann (oder soll) ich eine Photovoltaikanlage betreiben?

Photovoltaikanlage Möglichkeiten Hausdach

Dieser Artikel ist für alle gedacht die sich für eine Photovoltaikanlage interessieren aber kein Interesse an allen Details haben, sondern eine Übersicht mit den Wesentlichen Infos über Photovoltaik suchen.
Falls Du also nicht vor hast eine Dr.-Arbeit zu schreiben (oder zu lesen) dann bist Du hier genau richtig.

Wenn du es ganz kompakt haben willst, dann reicht es sogar nur die gelben Kästen mit dem Fazit auf dieser Seite zu lesen um einen Schnellüberblick zu erhalten.

Weiter unten gehen wir daher nur auf die wichtigsten Punkte ein die für Dich als Entscheidungshilfe dienen sollen - egal ob für oder gegen eine eigene Photovoltaikanlage.

Für alle die es genauer wissen wollen empfehle ich unsere Photovoltaik Einführung und unsere Photovoltaik Tipps. Ausserdem verlinke ich von diesem Artikel aus weitere Detailberichte aus dem Text heraus.

Kann ich eine Photovoltaikanlage betreiben?

Zum Betrieb einer Photovoltaikanlage benötigt man eines der folgenden Dinge:

  • Ein Hausdach 
  • Ein freies Garangendach
  • Einen Balkon in Richtung Süden, Osten oder Westen

Photovoltaikanlage auf dem Hausdach

Photovoltaikanlage auf dem Hausdach

Folgende Hausdächer sind für den Betrieb einer Photovoltaikanlage geeignet:

  • Schrägdächer ausgerichtet nach Süden, Osten oder Westen
  • Mit Dachneigung von 15-45°
  • Flachdächer

Wichtig ist hierbei, dass ein Großteil der Fläche NICHT verschattet ist (z. B. Erker, Schornstein usw.). Verschattungen führen dazu, dass die Anlage kleiner wird, da von jedem potentiellen Schattenwurf ein Mindestabstand eingehalten werden muss um den Ertrag der Photovoltaikanlage nicht zu sehr zu beeinträchtigen.

Den besten Ertrag bekommst Du wenn Dein Dach nach Süden ausgerichtet ist und eine Neigung von 30-40 Grad aufweist.
Sofern es sich um eine Photovoltaikanlage zum Eigenverbrauch handelt ist eine Ausrichtung nach Osten und Westen vorteilhaft, denn dann steht der meiste Strom aus der PV-Anlagevormittags und nachmittags zur Verfügung was sich mit den meisten Verbrauchsverhalten besser deckt als eine reine Südausrichtung mit dem meisten Strom zur Mittagszeit.

Wie gut Dein Dach geeignet ist, kannst Du auch mit unserem kostenlosen Dachcheck herausfinden, einfach unten ausfüllen und Ergebnis erhalten (unterhalb des Dachchecks geht es weiter im Text):

Fazit: Photovoltaik auf dem Hausdach


Fasst jedes Dach ist geeignet, selbst wenn nicht alles perfekt ist kann sich der Betrieb einer Photovoltaikanlage lohnen. Für viele Dinge gibt es Lösungen: Auf einem Flachdach (oder einem Dach mit zu geringer Neigung) kann man aufständern. Bei Verschattungen kann man mit Leistungsoptimierern arbeiten. Ein Dach das nach Osten oder Westen ausgerichtet ist, bringt zwar weniger Strom, aber dafür dann, wenn man ihn am meisten braucht.


Damit kann fasst jeder eine Photovltaikanlge betreiben wenn er ein Dach zur Verfügung hat!

Photovoltaikanlage auf der Garage oder auf dem Balkon

Selbst wenn Du kein Dach hast oder wenn das Dach absolut nicht geeignet ist (steil abfallendes Dach nach Norden oder extreme Verschattung und dadurch kein wirtschaftlicher Betrieb einer Photovoltaikanlage möglich ist, ist das noch kein KO-Kriterium!

Manche Garagen mit Schrägdach eigenen sich hervorragend für PV und lassen sich gewinnbringend mit Solarmodulen Bestücken.

Auch wenn die Garage ein Flachdach hat kannst Du dort einzelne Module anbringen, genau wie am Geländer eines Balkons. In diesen Fällen eigenen sich kleine "Plug and Play" Solarmodule die einfach an der Steckdose angesteckt werden (Hinweis: Wegen der kleinen Größe macht eine von einem Installateur angeschlossene Anlage in einem solchen Fall keinen Sinn, Plug and Play Module sind hier günstiger weil sie von Dir selbst installiert werden können).

Fazit: Kann ich eine PV-Anlage betreiben


Fasst jeder kann an der Energiewende teilnehmen, wenn nicht auf dem eigenen Dach, dann vielleicht auf dem Balkon oder der Garage. Notfalls lassen sich Plug and Play Module auch im Garten aufstellen!

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

Was kostet einen Photovoltaikanlage

Was kostet ein Auto? Genau das kann man bei einer Photovoltaikanlage leider auch nicht pauschal sagen. Dies hängt von vielen Faktoren ab, z. B. :

  • Große / kleine Anlage
  • Made in China / Made in Germany
  • Ausländische oder deutsche Installateure

Trotzdem möchte ich hier einen Anhaltspunkt geben: Stand 2018 kostet eine Photovoltaikanlage ohne Speicher zwischen 5-10 kWp ca. 1.000 bis 1.300 € / kWp.

Fazit: Was kostet eine PV-Anlage


Die Kosten von einer PV-Anlage sind stark vom Objekt abhängig, daher ist es schwierig eine Preistendenz abzugeben. Als Anhaltspunkt kann man zwischen 1.000 - 1.300 € ansetzen. Die besten Möglichkeit die individuellen Kosten zu erfahren liegt darin, sich ein Angebot für eine Photovoltaikanlage unterbreiten zu lassen

Lohnt sich eine Photvoltaiknanlage (überhaupt noch)?

Lohnt sich eine Photovoltaikanlage noch?

Andauernd hört man von der Verringerung der Einspeisevergütung. Da liegt die Frage nahe, ob der beste Zeitpunkt für eine Anlage schon vorbei ist?

Nachfolgend will ich eine kleine Überschlagsrechnung aufstellen, um abzuschätzen, ob sich die Einspeisung auf einem Hausdach überhaupt noch lohnen kann.

Achtung an alle Mathematik-Spezialisten: In der Rechnung sind keine Zinsen beinhaltet, es geht nicht darum eine exakte Rendite zu berechnen, sondern darum ein Gefühl zu erhalten, wie sich die Verhältnisse von Einnahmen und Ausgaben darstellen.

Annahmen für die Berechnung der Rentabilität

  • 930 kWh / Jahr und kWp durchschnittlicher Ertrag
  • 0,12 EUR Einspeisevergütung pro kWh
  • 20 Jahre Laufzeit
  • 1.500 EUR Invest / kWp
Photovoltaik Strom Kosten

Kosten des selbst erzeugten Stroms (ohne Zinsen!): 1.500 EUR / (930 kWh/Jahr * 20 Jahre) = 0,081 EUR/kWh

Der selbst erzeugte Strom kostet Dich also etwas mehr als 0,08 Cent / kWh. Demgegenüber stehen ca. 12 Cent (zum Stand Januar 2014 noch mehr als 13 Cent, aber ich will diese Rechnung nicht jeden Monat neu einstellen) die Sie pro eingespeiste kWh bekommen.

Auch beim Einrechnen der Zinsen bleibt somit über 20 Jahre gesehen mehr Ertrag übrig als Sie in die Anlage investiert haben und damit "rechnet".

Beim Photovoltaik Eigenverbrauch verwendest Du den Strom einfach selbst und sparst sich somit den Betrag, den Du für die kWh eigentlich an Ihren Stromkonzern bezahlen müsstest.

Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte liegt bei ca. 28 Cent / kWh. Hiervon muss die MwSt. abgezogen werden, denn die müsst Du an das Finanzamt abführen, es bleiben also 23,53 Cent.

Man muss kein Mathematiker sein um zu erkennen, dass 23 deutlich mehr ist als 8!

Fazit: Lohnt eine PV-Anlage


Anlagen auf Hausdächern für die reine Einspeisung (ca. 12 Cent Einspeisevergütung) lohnen sich ganz gut.
Richtig lohnenswert ist aber der Verbrauch des Stroms direkt (Eigenverbrauch). Wenn Du also ein privates Hausdach hast und den Strom ganz oder teilweise selbst verbrauchen kannst, soltest Du das tun.

Soll ich mir einen Stromspeicher kaufen?

Den Strom der Photovoltaikanlage tagsüber speichern und nachts verbrauchen

Stromspeicher helfen den Eigenverbrauch zu erhöhen. Wie wir weiter oben gelernt haben ist der Eigenverbrauch das was eine Photovoltaikanlage rentabel macht.

Auf der anderen Seite sind Speicher teuer.

Dennoch kann man es kurz machen: Ein Speicher lohnt sich bis zu einer bestimmten Größe und trägt zu der Rendite einer PV-Anlage bei. Sofern Du die finanziellen Mittel hast und auch zu einem größeren Invest bereit bist, solltest Du diese Investition tätigen.

Aber auch ohne Speicher lohnt sich eine Anlage!

Fazit: Lohnt ein Strompeicher


Speicher sind in der letzten Zeit sehr viel günstiger geworden und werden es noch. Auf der anderen Seite steigen die Strompreise für den Strombezug ständig.

Der Punkt an dem sich ein Speicher lohnt ist längst erreicht, daher ist er eine gute Investition.

Was sagt der Wirkungsgrad aus und ist dieser wichtig?

Wirkungsgrad einer Photovoltaikanlage

Der Wirkungsgrad sagt aus, wie viel Watt an Leistung Sie auf eine bestimmte Fläche bekommen. Entgegen vieler Darstellungen und Meinungen sagt der Wirkungsgrad nichts darüber aus, wie gut ein Modul läuft, sprich, wie viel Ertrag Sie pro installiertem Watt bekommen.

Ein Modul mit einem hohen Wirkungsgrad hat einzig und alleine eine höhere Wattleistung bei gleichem Flächenverbrauch.

Das "mehr an Watt" müssen Sie genau so bezahlen, Sie sparen sich also nichts dabei. Im Gegenteil, in fast allen Fällen kosten Module mit sehr hohen Wirkungsgraden mehr als "normale" Module und zwar überproportional.

Beispiel für den Wirkungsgrad

Modul A hat 240 Watt
Modul B bei gleicher Größe 300 Watt

Bei Modul B zahlen Sie nicht nur die 60 Watt mehr, die Sie erhalten, sondern in den meisten aller Fälle noch einen zusätzlichen Aufpreis der über den Mehrwert hinaus geht.

Trotzdem kann ein hoher Wirkungsgrad wichtig sein, z. B. dann, wenn Sie versuchen, so viel PV Leistung auf Ihr Dach zu bekommen wie es nur geht, sprich wenn Ihr Dach eigentlich zu klein ist für die Anlage die Sie gerne hätten. Dann kommt es auf einen möglichst hohen Wirkungsgrad an, um die vorhandene Fläche so effizient wie möglich zu nutzen.

Haben Sie dagegen vor, eine kleine Anlage für den Eigenverbrauch zu installieren und wollen womöglich sogar Teile der verfügbaren Fläche frei lassen, dann sollten Sie sogar nach Modulen mit niedrigem Wirkungsgrad fragen. Diese sind häufig günstiger und machen ihre Arbeit genau so zuverlässig.

Fazit: Wirkungsgrad


Der Wirkungsgrad sagt aus, wie gut der Platz ausgenutzt wird der auf einem Dach zur Verfügung steht. Wenn Dein Dach klein ist, macht ein hoher Wirkungsgrad Sinn, wenn nicht, dann nicht.

Welches Modul ist das beste?

Welches Modul für Deine Photovoltaikanlage

"Das beste Modul" gibt es nicht. Es gibt immer nur das Modul das am besten zu Deinen Bedürfnissen passt.

Was Deine Bedürfnisse sind, oder was Du mit Deiner PV-Anlage erreichen willst, solltest Du sich daher vorab überlegen:

  • Willst Du Deinr viel zu kleines Dach mit möglichst viel Leistung bestücken? Dann ist das Modul das beste, das den höchsten Wirkungsgrad aufweist.
  • Soll Dein Dach möglichst homogen aussehen und Du legst viel Wert auf eine harmonische Optik? Dann ist evtl. ein komplett schwarzes Modul die beste Variante? Oder eine Indach Solar Lösung?
  • Du willst eine kleine Anlage haben, bei der Du möglichst viel Strom selbst verbrauchen kannst? Dann nehme Module mit niedrigem Wirkungsgrad und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Du bestehst auf einem Modul, das in Deutschland hergestellt wird? Dann erkundige Dich bei welchem Modul Zelle UND Modul in Deutschland produziert wird und wähle davon das "beste" aus.
  • Dir reicht ein deutscher Hersteller der auch im Ausland fertigt? Dann solltest Du nicht mehr für ein reines "Made in Germany" bezahlen.
  • Für Dich ist einzig und alleine der Preis entscheidend? Dann ist für Dich die billigste Anlage die "Beste".
Das sind alles nur Beispiele, was Ihre Bedürfnisse sein könnten. Setzen Sie Ihre Rahmenbedingungen selbst und suchen Sie Ihr Produkt nach diesen aus.


Fazit: "Das Beste" Modul


Überleg Dir was Dir wichtig ist und entscheide danach welches Modul und welche Anlage die beste für Dich ist!

Und was jetzt?

Ich hoffe dieser Artikel hat Dir weiter geholfen? Falls ja freue ich mich auf Dein Feedback unten in den Kommentaren. Auch Fragen sind jederzeit willkommen, oder Anregungen und Kritik!

Das könntest Du ausserdem tun:

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Gerne kann ich dir ein Angebot unterbreiten oder eine kostenlose Beispielkalkulation erstellen, klicke auf die Links oben und hinterlasse Deine Email Adresse.

Solaranlage Angebot


  • Rudolph Rudolph sagt:

    Danke für Deine Erklärungen. So ganz so kurz wie oben angekündigt waren sie zwar nicht ganz, aber mir haben sie sehr geholfen! Gruß und weiter so 🙂

    • Patrick Patrick sagt:

      Ich habs versucht kurz zu machen 😉
      Kürzer ging nicht…

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