8. November 2018

Photovoltaik Speicher ja oder nein?

Innovationen und Technologien bei Solarspeichern

Du bist auf der Suche nach einem Stromspeicher aber bist Dir noch nicht so sicher ob Du einen benötigst oder nicht?

Falls ja, bist Du hier richtig, denn genau darum geht es hier:

Brauche ich überhaupt einen Photovoltaik Speicher?

Falls Deine Entscheidung bereits getroffen ist, kannst Du gerne hier ein Photovoltaik Angebot anfordern >>

Wieso brauchst Du eine Speicherlösung für Deine Photovoltaikanlage?

Ganz klar: Der Verbrauch in Deinem Haushalt ist zu gering als dass man den auf dem Dach produzierten Solarstrom ohne Speicher zu einem großen Teil selbst verbrauchen kann.

Wenn Du allerdings einen Stromspeicher, zum Beispiel eine eine Lithium-Ionen-Batterie, verwendest, könntest Due eine Eigenverbrauchsquote von 70-80 % erreichen.

Da die Einspeisung in das Netz mit der Einspeisevergütung nicht so lohnenswert ist wie der Eigenverbrauch, ist dies die einzige Möglichkeit, eine Photovoltaikanlage sinnvoll zu betreiben.

Oder? 

Vielleicht sollten wir die Fragestellung einfach mal umstellen um an die Sache anders heran zu gehen: 

Warum kannst Du den selbst erzeugten Strom nicht ohne Speicher selbst verbrauchen?

Mit einem Photovoltaik Speicher den Eigenverbrauch steigern

Der Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage

Auch hier scheint die Antwort einfach und logisch: Photovoltaikstrom steht nicht immer gleichmäßig zur Verfügung, auf der anderen Seite steht der Stromverbrauch in Deinem Haushalt der nicht gleichmäßig hoch ist und auch nicht immer dann hoch ist, wenn auch die Stromerzeugung auf Deinem Dach hoch ist.

Abends wenn die Sonne nicht mehr oder nur noch wenig scheint, verbrauchst Du häufig viel Energie. Als einzige Lösung muss ein Speicher her, bei dem Du den tagsüber erzeugten Strom abends - wenn Du ihn brauchst - verwenden kannst.

Klingt logisch! Oder etwa doch nicht? 

Vielleicht sollten wir erneut die Frage umstellen: 

Ist es wirklich zu vielen Zeitpunkten so, dass der Strom, den Du auf dem Dach erzeugst, größer ist als der Strom den Du verbrauchen kannst?

Eigenverbrauch geht auch ohne Photovoltaik Speicher

Der Photovoltaik Eigenverbrauch wird für Verbraucher immer interessanter!

Ja klar! Zumindest sagen uns das diejenigen, die uns die Photovoltaikanlage samt Batteriespeicher verkaufen (wollen). 

Wenn man in der obigen Frage die Betonung auf das Wort "können" legt, kommt man bei schärferen Nachdenken evtl. bereits ins Grübeln... 

Evtl. gibt es andere, ggf. sogar deutlich günstigere Wege, den Strom vom Dach ohne Speicher sofort an Ort und Stelle zu verbrauchen? 

Wir sind es gewohnt, dass sich der Strom nach dem Bedarf richtet. Das ist einfach und bequem. Aber muss das zwingend so sein? 

Kann es nicht auch mal umgekehrt sein, also dass der Trockner nicht um 8 Uhr in der Früh läuft, sondern wartet, ob es über den Tag verteilt günstigen Strom von Ihrem Hausdach gibt? In beiden Fällen wird die Wäsche trocken sein bevor Sie abends nach Hause kommen. 

Der Trockner ist nur ein Beispiel, wie man den Strombedarf nach dem Angebot richten kann. 

Allerdings: Selbst wenn Du alle Möglichkeiten ausschöpfst und den Bedarf an das Angebot anpasst, kommst Du um einen Photovoltaik Speicher nicht herum! Zumindest wird Dir das jeder Verkäufer in den allermeisten Fällen vorrechnen.

Vermutlich hat er mit dieser Aussage sogar recht. Aber warum ist das so? 

Erneut sollten wir weiter ins Detail gehen: 

Warum kommt zu bestimmten Zeiten so viel Strom vom Dach, sodass Du ihn nicht mehr verbrauchen kannst?

Spätestens jetzt kommen wir der wichtigsten aller bisher gestellten Fragen am nähesten. Die Antwort ist wieder schnell gefunden: 

Wenn das gesamte Dach Ihres Hauses belegt wird, ist der Strom zu gewissen Zeiten einfach so hoch, dass man ihn schlicht und einfach nicht mehr verbrauchen kann und schließlich laufen Trockner, Waschmaschine und Co. nicht andauernd um die Massen an Strom sofort zu verbrauchen. 

Somit bleibt erneut wieder nur ein aufwendiger und sehr teurer Speicher als einzige sinnvolle Lösung? 

Nein! Denn jetzt endlich kommt sie, die Frage aller Fragen: 

Warum machst Du Deine Photovoltaikanlage denn so groß, dass Du einen Batteriespeicher brauchst um die riesige Photovoltaikanlage überhaupt sinnvoll betreiben zu können?

Photovoltaik Speicher oder kleine  Photovoltaikanlage

Diese Frage klingt lächerlich und Du als Leser wirst Dir vielleicht denken, dass sich jeder darüber Gedanken machen wird. In der Realität ist es allerdings immer wieder erschreckend, wie wenige Interessenten sich überhaupt Gedanken darüber machen, was sie eigentlich brauchen.

Ein einfaches Beispiel: Kein Mensch würde auf den Gedanken kommen und seinen Keller vermessen lassen um zu erfahren, wie groß eine Heizungsanlage wird, wenn man die gesamte Kellerfläche dafür verwendet. 

Danach, wenn herauskommt, dass man eine Heizung mit einer Leistung von 87 kW in den Keller bekommt, macht man sich Gedanken, was man mit der ganzen Wärme überhaupt machen soll. Man braucht sie ja nicht. 

Der findige Heizungsverkäufer bietet Ihnen dann riesige Wasserspeicher an um die Wärme zu Puffern und weitere teure Lösungen, damit Sie die Wärme in der Nachbarschaft verteilen können. Am Ende lohnt sich das dann trotzdem "irgendwie". 

Niemand würde so vorgehen. Stattdessen berechnet man erst mal den Wärmebedarf eines Hauses. Daraus errechnet man dann eine passende Heizungsanlage. Erst am Ende schaut man sich den Keller an und prüft ob die Heizung in den Keller passt (was in den allermeisten Fällen der Fall ist). 

Warum gehen 99% aller Hausbesitzer bei der Photovoltaik den komplett anderen Weg? 

Als erstes wird das Dach ausgemessen. Es wird geplant wie viel "Leistung auf das Dach passt". Man versucht die Leistung oftmals mit dem besten Wirkungsgrad so weit nach oben zu tunen wie es geht. Danach berechnet man, wie viel Strom verbraucht werden kann und am Ende kommt man zum Schluss, dass man zu viel Strom hat! 

Warum belegt jeder Verkäufer Dein Dach komplett und versucht die Anlage so groß wie möglich zu machen?

Ab jetzt weisst Du schon, worauf dieser Artikel abzielt. Natürlich wird ein Verkäufer versuchen, Dir möglichst viel von seinem Produkt anzubieten.

Wenn Du einem Autoverkäufer sagst, er soll bei den Extras wählen was sinnvoll ist, wir er sich auch nicht nur auf eine Servolenkung und Zentralverriegelung beschränken. Ihm werden weitere mehr oder weniger sinnvolle Extras einfallen.

Du wirst jetzt verwundert sein, aber bei der Photovoltaik ist das nicht anders ;-). 

Was also ist die richtige Herangehensweise an eine Photovoltaikanlage?

Mehr und mehr hangeln wir uns zum Kernpunkt dessen hin, auf was ich in diesem Artikel heraus will: Als aller erstes solltest Du Dir im Klaren sein, was Du brauchst und was Du willst

Erst wenn das sichergestellt ist, solltest Du den nächsten Schritt gehen und Dir Photovoltaik Angebote einholen und miteinander vergleichen. 

Als erstes musst Du ermitteln wie hoch Dein Stromverbrauch ist und welchen Teil davon Du mit einer Photovoltaikanlage abdecken willst.

Dann solltest Du Dir im Klaren sein, wie viel Geld Du überhaupt ausgeben willst und ob damit Deine Bedürfnisse und Wünsche realistisch sind. 

Fazit zum Thema Speicher und Anlagengröße


Erst wenn Du Dir selbst Gedanken gemacht hast, was für Dich sinn macht und was für Dich die beste Lösung darstellt (was Deine Ziele sind) solltest Du Dir darüber Gedanken machen WIE Du diese Ziele am besten erreichen kannst.


Der Zeitpunkt zu dem Du einen Anbieter kontaktierst, sollten diese Überlegungen bereits abgeschlossen sein!

Einige Beispiele für MÖGLICHE Ansätze die Du verfolgen KÖNNTEST:

Ansatz 1: Du möchtest Dein komplettes Dach belegen und von dem Strom so viel es geht selbst verbrauchen:

Jetzt habe ich die ganze Zeit davon geschrieben, dass dieser Ansatz komplett sinnfrei ist und trotzdem erscheint er hier? 

Mein Artikel soll diese Variante nicht schlecht machen. Sie ist ein möglicher Ansatz auf dem man seine Investition auslegen kann. Wenn Sie das wollen ist es ein interessanter und oftmals auch sinnvoller Ansatz, den man gehen kann

Es gibt allerdings viele verschiedene Ansätze und ich will erreichen, dass Sie nicht blind einen Ansatz aufnehmen und verfolgen bevor Sie sich darüber Gedanken gemacht haben. 

Wenn Du so autark von Deinem Stromversorger werden willst, wie es mit Deinem Dach möglich ist, dann ist dieser Ansatz genau der Richtige!

Je größer Deine Photovoltaikanlage ist, umso mehr Strom hast Du zur Verfügung und desto weniger Strom musst Du vom Energieversorger zukaufen. Du wirst damit also unabhängiger von Deinem Stromversorger und Du musst Dich in Zukunft kaum mehr über Strompreissteigerungen ärgern, weil Du Dir durch Deinen Photovoltaikstrom und Speicher den Strompreis langfristig absicherst

Allerdings nimmst Du damit auch in Kauf, dass Du umso mehr Strom einfach ins Netz einspeisen musst und somit nicht verbrauchen kannst.

Ein Speicher kann den Anteil des selbst verbrauchten Stroms erhöhen und damit den eingespeisten Strom verringern, allerdings ist dieser mit Kosten verbunden. 

Fazit zu Ansatz 1


Auch bei dieser Variante gibt es eine Größe des Speichers, die noch sinnvoll ist und eine Größe, ab der das Ganze unwirtschaftlich wird. 

Komplett Autark wirst Du allerdings trotzdem nicht werden, da zumindest nachts keine Sonne scheint und jeder (bezahlbare) Speicher irgendwann mal leer ist. 

Wenn Du Dir sicher bist, dass Du diesen Ansatz hast, dann kannst Du jetzt mit gutem Gewissen und beruhigt sofort Angebote einholen und musst hier nicht mehr weiter lesen. 

Ansatz 2: Du möchtest dass sich die Anlage nach Deinem Stromverbrauch richtet und nur einen Teil des Daches belegen:

Ansatz 1 war einfach, das Dach hat die Größe der Photovoltaikanlage vorgegeben.

Bei Ansatz 2 wird es schwieriger. Die erste Frage ist, wie groß der Anteil sein soll, den Du selbst erzeugen willst? Möglicherweise möchtest Du so wenig Strom in das Netz einspeisen und so viel es geht (70-90 %) selbst verbrauchen und diese Vorgabe soll die Größe der Anlage definieren? 

Dann musst Du Dir noch Gedanken machen, ob Du (ganz grob als Anhaltspunkt) das Doppelte ausgeben willst und einen Speicher einsetzen willst (ich nenne es Ansatz 2a), oder ob Du lieber die Anlage entsprechend kleiner ausfallen lassen willst und keinen Speicher einsetzt (Ansatz 2b). 

Fazit zu Ansatz 2a


Ansatz 2a mit allen Varianten ist zu umfangreich um ihn hier in einfachen Sätzen kurz zu behandeln. Es müssen hierbei Dein Verbrauch, Dein Budget und Dein Verbrauchsverhalten betrachtet werden. 

Mittlerweile gibt es etliche deutlich günstigere Speicher Varianten von vielen verschiedenen Herstellern die bereits bei 2 kWh wirtschaftlich sein können. Solltest Du diesen Ansatz verfolgen, solltest Du Dich beraten lassen und entsprechende Angebote einholen

Ansatz 2b Klein PV-Anlagen für den reinen Eigenverbrauch

Bist Du gewillt Deinen Verbrauch ggf. dem Photovoltaikstrom anzupassen? 

Es gibt hierfür so genannte Mikro Photovoltaikanlagen die rein für den Eigenverbrauch komplett ohne Speicher gedacht sind. Problem hierbei ist, dass sich diese meist nicht für Deinen Anbieter lohnen, weshalb er sie Dir auch nicht anbieten wird. 

Micro Photovoltaikanlagen kannst Du Dir teilweise in Baumärkten kaufen, so genannte „Kits“, die Du für die Eigenmontage kaufen kannst. 

Diese Herangehensweise hat einige Vorteile:

1. Du sparst Dir Invest weil die Anlage statt (z. B.) 7 kW nur (z. B.) 1,2 kW hat und damit einen deutlich kleineren Invest benötigt.

2. Weil die Anlage so klein ist brauchst Du dazu auch keinen Stromspeicher und sparst Dir auch diesen Invest

3. Dadurch dass man fasst den gesamten Ertrag der Anlage selbst verbrauchen kann, hat man eine sehr hohe Rendite weil man sich den kompletten Strombezugspreis des Anbieters spart (es wird kaum etwas eingespeist).

Wo sind also die Haken?

1. Diese Anlage wird Dir keiner auf Dein Dach bauen, die Kosten sind zu hoch oder der Verdienst ist einfach nicht vorhanden. Es lohnt sich also für den Installateur einfach nicht.

2. Das heisst Du musst die Anlage selbst bauen!

3. Ausserdem musst Du prüfen in wie weit Du diese Anlage anmelden musst und ob Du dafür einen Elektriker benötigst, hier will ich keine Aussage darüber machen, das musst Du bei Deinem Energieversorger erfragen.


Wenn Du also wirklich eine so kleine Anlage wie möglich haben willst um von dem erzeigten Strom möglichst viel (oder gar alles) selbst verbrauchen zu können ohne einen Speicher, dann ist der Eigenbau der kompletten Anlage als Bausatz die beste Variante. Das erfordert Handwerkliches Geschick und Eigeninitiative aber es ist eine günstige Alternative mit der besten Rendite die Du it PV erzielen kannst!

Fazit zu Ansatz 2b (Eigenbau)


Der Eigenbau ist vor allem dann lohnenswert, wenn Du ein begrenztes Budget hast, Dir der Autarkie Grad eher unwichtig ist und Du eine möglichst hohe Rendite für Deinen kleinen Invest haben willst.

Er eignet sich für handwerklich begabte Hausbesitzer die auch gerne mal in Eigenregie arbeiten. 

Durch den hohen Rückfluss rentieren sich solche Anlagen oft schon nach 3-5 Jahren!

Zusammenfassung

  • So autark wie möglich: Wenn Du so unabhängig wie möglich werden willst, dann brauchst Du einen PV-Anlage mit (eher etwas größerem) Speicher.

  • Absicherung gegen Strompreissteigerungen: Wenn es Dir um Kostenstabilität geht, reicht auch ein "mittlerer" Speicher aus sodass der Anteil am Strom, der noch zugekauft werden muss so gering ist, dass Steigerungen im Preis keine große Auswirkung mehr haben.

  • Fokus auf hohem Eigenverbrauch: Du willst nicht selbst installieren aber dennoch möglichst wenig ins Netz einspeisen? eine relativ kleine PV-Anlage mit relativ kleinem Speicher sollte dem Ziel sehr nahe kommen.  

  • Wenig Invest, hoher Ertrag: Du kannst oder willst nur wenig investieren, gleichzeitig bist Du handwerklich begat und hast die Zeit die Installation selbst zu übernehmen? Dann hol Dir einen Bausatz, z. B. aus dem Baumarkt 

Und was jetzt?


- Da Du jetzt weisst was Du willst, könntest Du Dir jetzt ein Photovoltaik Angebot einholen.


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