Was ist eine Ölheizung?

5. November 2016 | Von | Kategorie: Heizen

Ölheizungen kommen in Deutschland bei der Häufigkeit der Verwendung gleich nach den Gasheizungen. Insgesamt sind etwa 6 Millionen Ölheizungen in den deutschen Haushalten vorhanden. Allerdings sind viele davon veraltet. Dabei bietet eine moderne Heizung mit Brennwerttechnik deutliche Kosteneinsparungen und schont die Umwelt.

Was ist eine Ölheizung?

Damit eine Ölheizung Warmwasser erzeugen kann, wird über eine Ölleitung Heizöl zum Kessel gepumpt, dort erwärmt und über eine Düse in den Brenner gesprüht, wo es verbrannt wird und Wärme an das Heizungswasser abgibt. Moderne Heizungen nutzen zudem die Brennwerttechnik, bei der auch die Wärme, die in den entweichenden Abgasen enthalten ist, genutzt wird.

Ein Ölheizkessel ist recht kompakt und nimmt meist nicht mehr als einen Quadratmeter Stellfläche in Anspruch. Noch platzsparender sind allerdings an der Wand hängende Geräte. Für die Lagerung des Heizöls ist allerdings ein Tank, der im Keller oder im Freien aufgestellt oder ins Erdreich eingebracht werden kann, notwendig.

Was sind die Vorteile einer Ölheizung?

– unabhängig vom Gasanschluss und Fernwärmenetz: Eine Ölheizung kann überall eingesetzt werden.

– moderne Brennwertkessel: Effiziente Technik reduziert den Verbrauch auf ein Minimum und sorgt für bessere Abgaswerte.

– zuverlässige Heiztechnik: Ölkessel besitzen eine altbewährte Technik und werden seit Langem eingesetzt.

– Heizöl kann auf Vorrat gekauft werden: Heizöl wird selbst in einem Tank gelagert und kann somit gekauft werden, wenn der Ölpreis niedrig ist. So lassen sich Niedrigpreisniveaus geschickt ausnutzen.

– Bioheizöl-Mischung erhältlich: Um die alternativen Energien zu fördern, gibt es auch Beimischungen mit Bioheizöl aus nachwachsenden Rohstoffen. (Achtung: nicht jede Heizung verträgt diese!)

– sehr gut mit Solarthermie kombinierbar: Solar-Öl-Hybridheizungen sorgen für zuverlässige Wärme und optimale Kosteneinsparungen, wenn die Sonne scheint.

Was sind die Nachteile einer Ölheizung?

– ausreichend Platz für Brennstofftank und leichte Zufahrt zur Befüllung: Ein Tank braucht Platz und kann im Keller, im Nebengebäude oder im Freien aufgestellt werden. Erdtanks sind ebenfalls möglich, aber recht teuer. Bei Größen von über 5.000 Litern ist zudem eine Baugenehmigung für die Aufstellung nötig.

– fossiler Brennstoff: Heizöl stammt aus fossilen Quellen, die auf absehbare Zeit zu Ende gehen werden und die Umwelt bei der Verbrennung belasten.

– steigende Ölpreise: Aufgrund der Endlichkeit der Ölvorkommen rechnen Experten in der Zukunft mit steigenden Preisen.

– Vorfinanzierung der Brennstoffkosten: Heizöl kann bei Niedrigpreisniveaus zwar günstig eingekauft werden, muss in der Regel aber sofort bezahlt werden.

– Heizölgeruch im Keller: Bei einer Tankaufstellung kann es zu Ausdünstungen und unangenehmen Gerüchen kommen. Möglichen Heizölgeruch im Keller kann man durch die Verwendung von Premiumheizöl, dem Duftstoffe beigefügt wurden, vermeiden.

– für Schäden durch ausfließendes Heizöl haftet der Besitzer: Um sich vor enormen Kosten durch mögliche Umweltzerstörungen oder Schäden am Haus abzusichern, ist nicht nur eine regelmäßige Überprüfung des Tanks notwendig, sondern auch eine Öltankversicherung sinnvoll.

Was kostet der Einbau einer Ölheizung?

Die Kosten für eine Ölheizung sind je nach Größe des Hauses und anderen Vorgaben recht unterschiedlich. Ein Vier-Personen-Haushalt kann allerdings mit durchschnittlichen Kosten von etwa 7.000 bis 9.000 Euro rechnen.

Neben dem Ölkessel (ca. 2.700 bis 4.300 Euro) ist bei einem Neubau ein Öltank (ca. 2.000 bis 4.000 Euro) einzubauen. Hinzu kommen eventuell Kosten für die Brennwerttechnik und eine Schornsteinsanierung, Warmwasserspeicher sowie Zubehör. Je nach Aufwand und Unternehmen betragen die Kosten für die Installation zusätzlich um die 500 bis 2.500 Euro.

Übrigens: Wer einen neuen Brennwertkessel einbaut und gleichzeitig einen hydraulischen Abgleich durchgeführt, kann mit staatlicher Förderung rechnen. Wird der Antrag vor der Umsetzung gestellt, erhält man 15 Prozent der Kosten (max. 7.500 Euro) von der Kreditanstalt für Wiederaufbau zurück.

Für wen lohnt sich eine Ölheizung?

Lohnt es sich aufgrund eines fehlenden Gasanschlusses nicht, eine Gasheizung einzubauen, oder möchte man auf eine Pelletheizung verzichten, kann eine Ölheizung eine sinnvolle Alternative sein. Sie lohnt sich auch als Ergänzung zu einer Solarthermieanlage, die für kostenlose Wärme von der Sonne sorgt. Die Ölheizung garantiert bei der Kombination dagegen stets zuverlässig warmes Wasser und eine optimale Heizleistung.

Auch wenn aktuell ein Preiskampf der großen Anbieter für einen niedrigen Ölpreis sorgt, sind in Zukunft steigende Ölpreise sicher – auch weil Öl als fossiler Brennstoff endlich ist. Schon in recht naher Zukunft könnte Öl deshalb recht teuer werden. Daher sollte der Einbau gut durchdacht und stets auf die modernste Brennwerttechnik geachtet werden. Mit effizienten Anlagen kann man gegenüber alten Heizkesseln viel Brennstoff und damit hohe Heizkosten einsparen. So können sich die Anschaffungskosten bereits nach wenigen Jahren amortisieren. Noch günstiger sind allerdings die erneuerbaren Energien, für die es meist auch höhere Förderungen gibt.

Welche Kosten müssen jährlich für den Brennstoff einkalkuliert werden?

Langfristig ist eine Ölheizung aufgrund ihrer laufenden Kosten recht teuer. Zwar gibt es noch genügend Ölreserven, aber Experten sind sich einig, dass der Ölpreis steigen wird. In Deutschland muss auf Heizöl zudem die „Ökosteuer“ bezahlt werden, was diese Form der Heizung noch weniger attraktiv macht.

Aktuell ist Heizöl allerdings noch vergleichsweise günstig und kostet etwa 7,8 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem Energiebedarf von 35.000 Kilowattstunden muss man in einem Vier-Personen-Haushalt daher mit jährlichen Heizkosten von etwa 2.730 Euro rechnen.

Die Heizkosten bei einer Gasheizung oder Pelletheizung sind aber schon heute günstiger. Wer dennoch nicht auf Heizöl verzichten möchte, kann seine Ölheizung mit einer Solarthermieanlage kombinieren und etwa 20 Prozent an Heizkosten einsparen. Die höheren Anschaffungskosten werden teilweise durch die höhere Förderung des Staates aufgefangen und schnell durch die Einsparungen amortisiert.

Wartung der Ölheizung

Durch die Verbrennung von Heizöl entsteht Ruß, der regelmäßig entfernt werden muss. Schließlich können durch das Entfernen von Rußpartikeln in der Heizkesselbrennkammer 1 bis 3 Prozent an Energiekosten eingespart werden. Aber auch ein schlecht eingestellter Heizkessel kann den Brennstoffverbrauch erhöhen. Eine regelmäßige Wartung ist daher nicht nur für die Sicherheit der Anlage sicher, sondern sorgt auch für eine optimale Funktion.

Bei der Wartung überprüft der Heizungstechniker den Ölbrenner auf Korrosionsschäden und stellt ihn genau ein. Etwa alle 10 Jahre muss er zudem ausgetauscht werden. Bei Bedarf nimmt der Heizungs-Fachmann auch eine Tankinspektion vor und klärt, ob eine Reinigung des Tanks und der Leitungen notwendig ist. Die Tankreinigung entfällt allerdings, wenn Heizöl ExtraLeicht verwendet wird. Der Schornsteinfeger übernimmt dagegen die Wartungsarbeiten am Abgassystem und führt die Bundesimmissionschutzmessungen sowie eine Feuerstättenschau durch.

geschrieben von: Patrick Thoma

Patrick Thoma

Patrick Thoma ist im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig. Er ist Autor und Herausgeber der Seite Photovoltaik.info auf der es um allgemeine Themen der Photovoltaik geht. Ziel der Seite ist es, Themen zu behandeln die einen Interessenten für eine Photovoltaikanlage beschäftigen und diese in einfachen Worten zu erklären.

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