Ist mein Dach für Photovoltaik geeignet?

25. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Photovoltaik Einführung

Viele Hausbesitzer fragen sich, ob ihr Dach überhaupt für eine PV-Anlage geeignet ist. Eine optimal nach Süden ausgerichtete Dachfläche mit 30 Grad Neigung und ohne Verschattung ist natürlich geeignet, das ist jedem klar, aber wer hat das schon?

Hier gehen wir auf die Punkte ein, die darüber entscheiden, ob Sie sich weiter mit dem Thema beschäftigen sollten oder nicht.

Folgende Punkte sind hierbei Eintscheidend:

  • Dachausrichtung
  • Dachneigung
  • Verschattung
Dachausrichtung & Dachneigung für Photovoltaikanlagen

Dachausrichtung und Dachneigung für Photovoltaikanlagen

Dachausrichtung: Norden, Süden, Westen, Osten

Den meisten Stromertrag haben Sie, wenn Ihr Dach exakt nach Süden ausgerichtet ist. Was aber viele nicht wissen ist, dass auch bei einer 100% West- oder Ostausrichtung immer noch 90% der Sonnenenergie auf Ihr Dach auftrifft im Vergleich zu einer Südausrichtung. Lediglich Norddächer sind  für die Photovoltaik nicht geeignet.

Aktuell definitiv nicht geeignet wegen der Dachausrichtung sind Häuser mit nur einer Dachausrichtung nach Norden, alle anderen kommen prinzipiell in Frage.

Hinweis: Je höher der Strompreis steigt und je günstiger die Photovoltaikanlagen werden und je mehr Sie von Ihrem Strom selbst verbrauchen, umso wahrscheinlicher wird es, dass irgendwann sogar eine PV-Anlage auf einem Norddach interessant wird, daher: Schreiben Sie Ihr Dach nicht ab :-)

Tipp: Vor allem bei nicht direkt nach Süden ausgerichteten Dächern gibt es Möglichkeiten mit bestimmten Gläsern den Ertrag zu steigern (Thema Lichtfallen und inverse Pyramiden im Glas).

Dachneigung

Auch die Neigung Ihres Daches entscheidet darüber, wie viel Ertrag pro Watt Ihre Photovoltaikanlage bringen kann und ob sich der Invest in eine Anlage für Sie rechnet oder nicht.

Je nach Breitengrad, in dem Sie sich befinden, ist eine Neigung zwischen 30 und 50 Grad optimal. Wenn Ihr Dach steiler ist als 50 Grad oder flacher als 30 Grad, sinkt der zu erwartende Ertrag.

Bis zu welcher Neigung ein Invest noch Lohnt hängt von den anderen Faktoren ab, die hier auf dieser Seite behandelt werden.

Unterhalb von 15-20 Grad Neigung wird es kritisch; hier spielen auch andere Effekte eine Rolle, wie z. B. das schlechte Wegrutschen von Schnee und die fehlende Reinigung durch abfließendes Wasser.

Aufständerungen machen meist nur Sinn, wenn es sich um eine sehr große Anlage handelt, für ein normales kleines Hausdach ist sie häufig zu teuer und damit nicht rentabel.

Verschattung

Die Verschattung von einzelnen Modulen ist ein sehr entscheidender Faktor bei der Ertragsberechnung für Ihre Photovoltaikanlage.

Selbst ein sehr kleiner Schatten kann zu enormen Einbußen bei der Stromproduktion führen und die gesamte Anlagenrentabilität nach unten ziehen.

Der Grund dafür liegt darin, dass Photovoltaikmodule in Reihe geschaltet werden. Es werden mehrere Module hintereinander zusammengeschaltet und dann an einen Wechselrichter angeschlossen.

Das Problem hierbei: Läuft ein Modul schlecht, zieht es alle Module, mit denen es in Reihe geschaltet ist, in Mitleidenschaft. So können selbst Dächer mit guter Ausrichtung und Dachneigung schlechte Erträge einbringen.

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Folgende Punkte können z. B. zu einer Verschattung führen:

  • Erker
  • Schornstein
  • Antennen und Satellitenschüsseln
  • Große Bäume und Gebäude

Hinweis: Achten Sie darauf, dass bei der Dachbelegung genügend Abstand zu verschattenden Flächen gehalten wird.

Tipp: Leistungsoptimierer und Modulwechselrichter können bei Verschattung deutlich mehr aus den Modulen herausholen und auch verschattete Dächer wieder rentabel machen.

Zusammenfassung

Auch ein nicht optimal ausgerichtetes Dach kann sich lohnen. Verschattung kann mit guter Planung oder Leistungsoptimierern begegnet werden.

DAS Ausschlusskriterium gibt es meist nicht.

Es ist die Kombination, die darüber entscheidet, ob sich ein Invest lohnt.

Sollten Sie ein Dach haben dass 100% westlich ausgerichtet ist, dazu eine Neigung von nur 10-15 Grad aufweist und durch Bäume und Antennen absolut verschattet ist, dann sollten Sie sich eine PV-Anlage aus dem Kopf schlagen.

Wenn aber nur eine der Kriterien schlecht ist, die anderen aber einigermaßen erfüllt sind, lohnt es sich, die Sache mal genauer anzusehen.

Kernaussagen:

  • Je mehr ein Dach nach Süden gerichtet ist, umso besser; nördlich ausgerichtete Dächer sind ungeeignet
  • Eine Neigung von 30-50 Grad ist optimal, zu steil und zu flach führt zu Ertragseinbußen
  • Erker, Antennen und große Bäume schaden dem Ertrag Ihrer Anlage
  • Es müssen nicht alle Punkte optimal sein, damit sich eine Anlage bei Ihnen lohnt

Interessante Links zum Thema:

Auf dieser Webseite:

Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen
Photovoltaik Eigenverbrauch – sind 100 % möglich?

Auf anderen Webseiten:

Photovoltaikanlage – Fortgeschrittene Fragen
Photovoltaik und die verschiedenen Dacharten

 

geschrieben von: Patrick Thoma

Patrick Thoma

Patrick Thoma ist im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig. Er ist Autor und Herausgeber der Seite Photovoltaik.info auf der es um allgemeine Themen der Photovoltaik geht. Ziel der Seite ist es, Themen zu behandeln die einen Interessenten für eine Photovoltaikanlage beschäftigen und diese in einfachen Worten zu erklären.

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