Hinterlüftung der Photovoltaikanlage – Überhitzung vermeiden!

12. Dezember 2017 | Von | Kategorie: Photovoltaik Tipps

Der Wirkungsgrad von Photovoltaikanlagen hängt unter anderem von der Außentemperatur ab. Zu hohe Temperaturen beeinflussen den Energieertrag auch bei schönstem Sonnenschein negativ und können sogar zu einer Überhitzung der Photovoltaikmodule führen. Hier stellt nur eine gute Hinterlüftung eine ausreichende Kühlung sicher.

Der Einfluss des Temperaturkoeffizienten auf den Wirkungsgrad

Da zu warm werdende Photovoltaikmodule weniger Solarstrom produzieren, geben Hersteller für ihre Produkte einen Temperaturkoeffizienten (PMPP). Dieser zeigt auf, wie stark sich ein Temperaturanstieg auf die Leistung der Solarmodule auswirkt. Ihn findet man in den entsprechenden Datenblättern in %/°C angegeben – er zeigt also, wie viel Prozent der Leistung bei einer Temperaturerhöhung von 1 Grad verloren geht. Während er bei kristallinen Photovoltaikmodulen etwa 0,4 bis 0,5 % beträgt, liegt er bei amorphen bzw. Dünnschichtmodulen etwa bei 0,35 bis 0,45 %, also leicht darunter.

Ohne Hinterlüftung kommt es zum Hitzestau

Wenn die Sonne im Sommer auf die Solarmodule scheint, kann es hinter der Anlage zu einem Temperaturstau kommen. Die wirksamste Möglichkeit, einen allzu starken Temperaturanstieg zu vermeiden, ist daher eine ausreichende Hinterlüftung der Module. Schauen wir uns daher einmal die verschiedenen Montageverfahren und die Möglichkeiten für eine natürliche Hinterlüftung an.

Die Hinterlüftung bei verschiedenen Montageverfahren

Bei aufgeständerten Solaranlagen sowie Modulen, die auf Masten installiert sind, müssen sich Betreiber keine Gedanken um die Hinterlüftung machen. Diese ist in diesen Fällen bereits ausreichend gegeben. Probleme bereiten hier eher die Stabilität der Solaranlage und die große Angriffsfläche, die diese Anlagen gegenüber Windböen bieten.

Anders sieht dies dagegen bei dachintegrierten Photovoltaikanlagen (Indach) aus. Hier verweisen Hersteller zwar immer wieder auf gute Ergebnisse in Vergleichsstudien. Dennoch zeigt sich in der Realität, dass diese dachintegrierten Anlagen aufgrund ihrer mangelnden Hinterlüftung meist bis zu fünf Prozent weniger Ertrag aufweisen. Positiv zeigt sich hier hingegen die schöne Optik der Dachfläche und der bessere Schutz gegen Diebstahl.

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Bei auf dem Dach montierten Solaranlagen (Aufdach) können Besitzer dagegen die natürliche Kühlung durch eine Hinterlüftung nutzen. Experten empfehlen, einen Abstand von etwa 10 cm zwischen Dach und Solar-Modul einzuhalten. So kann ein deutlicher Kamineffekt entstehen und warme Luft nach oben abgegeben werden. Ist der Lufteinlass an der untersten Modulreihe nicht verdeckt und das Dach steil, wirkt dieser besonders gut. Aber auch auf flacheren Dächern kann man durch einen geeigneten Abstand eine gute Hinterlüftung garantieren.

Höhenverstellbare Dachhaken sorgen dafür, dass der passende Abstand leichter eingehalten werden kann. Gleichzeitig sind sie in der Lage, Unebenheiten am Dach auszugleichen. Andererseits können auch sogenannte Kreuzschienensysteme für größere Abstände zwischen Solaranlage und Dach sorgen. Da die horizontalen Schienen den Luftstrom behindern sollen, gibt es hier allerdings viele kritische Stimmen, die spezielle Dachhaken mit Sonderhöhen von bis zu 20 cm bevorzugen.

geschrieben von: Patrick Thoma

Patrick Thoma

Patrick Thoma ist im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig. Er ist Autor und Herausgeber der Seite Photovoltaik.info auf der es um allgemeine Themen der Photovoltaik geht. Ziel der Seite ist es, Themen zu behandeln die einen Interessenten für eine Photovoltaikanlage beschäftigen und diese in einfachen Worten zu erklären.

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