Heizungsarten im Überblick – welche Heizungsanlage bietet was?

16. März 2016 | Von | Kategorie: Heizen

Modernisieren Sie Ihr Haus oder bauen Sie soeben eines, stehen Sie vor der Entscheidung, welche Heizungsanlage Sie einbauen sollen. Der Markt bietet Ihnen zahlreiche Heizungsarten, die größtenteils mit Vorteilen und Nachteilen behaftet sind. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die typischen Anlagen und Möglichkeiten kurz vor.

Die konventionellen Heizungsarten im Überblick

Moderne Heizungssysteme lassen sich grob in zwei Kategorien aufteilen. Sie können die herkömmlichen Heizungsarten nutzen, die hinlänglich mit fossilen Brennstoffen funktionieren oder von Produkten, die auf fossilen Brennstoffen basieren, gespeist werden:

  • Gasheizung
  • Ölheizung
  • Fernwärme
  • BHKW – Blockheizkraftwerk

Die Holzheizung, auch in Form der Pelletheizung, nimmt eine gesonderte Stellung ein. Entscheiden Sie sich für eine Holzheizung, wählen Sie an und für sich eine konventionelle Heizungsart, sofern Sie die geschichtliche Entwicklung von Holz als Heizstoff betrachten. Auf der anderen Seite gehört Holz aber auch zu den erneuerbaren beziehungsweise nachwachsenden Rohstoffen, weshalb die Holz- und Pelletheizung nicht ausschließlich zu den herkömmlichen Heizungsanlagen zugeordnet werden kann. Ein ähnliches Prinzip gilt für die Elektroheizung. Da Nachtspeicheröfen, die mit Strom vom Fremdversorger gespeist und zumeist noch über einen Tag- und Nachttarif abgerechnet werden, heute jedoch für Sie kaum noch infrage kommen, führen wir diese Heizungsart ausschließlich unter den modernen Varianten auf.

Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass die konventionellen Modelle stets auf Öl und Gas basieren und nicht auf erneuerbare und umweltschonende Möglichkeiten zurückgreifen. Doch was macht die einzelnen Modelle eigentlich aus? Wir möchten Sie Ihnen kurz vorstellen:

  • Die Gasheizung: Die Gasheizung besteht aus einem Brenner, der mit Gas gespeist wird und somit das in den Heizungsrohren befindliche Wasser erwärmt. Gasheizungen können auf zwei Varianten mit Gas versorgt werden. In städtischen Gebieten sind die Anlagen oft an Fernleitungen angeschlossen, sodass das Gas über den städtischen Versorger bezogen wird. Die Alternative, die oft in ländlichen Regionen oder in schwer zugänglichen Gebieten genutzt wird, ist der Gastank. Dieser wird ober- oder unterirdisch im Garten oder in einem speziell gestalteten Kellerraum aufgestellt und mit Gas gefüllt. Für das Auffüllen des Tanks sind Sie selbst zuständig.
  • Die Ölheizung: Ölheizungen funktionieren ähnlich wie eine Gasheizung. Auch hier wird im Brenner Wasser erwärmt, das schließlich die Heizungs- und Wasserrohre mit heißem Wasser versorgt und die Heizversorgung des Hauses sicherstellt. Ölheizungen können wiederum an eine automatische Versorgung angeschlossen und somit dauerhaft mit Öl gespeist werden. Doch auch die Aufstellung eines eigenen Öltanks ist durchaus gängig. Diese werden von Fachfirmen angeboten. Das Auffüllen des Öltanks regeln Sie als Heizungsinhaber wieder eigenständig.
  • Die Fernwärme: Insbesondere in städtischen Gebieten ist die Fernwärme eine gern genutzte Heizungsmethode. In Ihrem Haus benötigen Sie keine spezielle Heizungsanlage. Stattdessen wird das Haus an ein bestehendes Rohrleitungsnetz angeschlossen, über das die im Haus vorhandenen Leitungen mit heißem Wasser versorgt werden. Allerdings ist die Energieeffizienz eher schlecht. Da die Wärme über weite Strecken geleitet wird, geht viel Wärmeenergie verloren, bevor die Wärme überhaupt bei Ihnen angelangt. Zudem müssen Sie Ihre Abnahmemenge im Voraus mitteilen und eine Fehlkalkulation kann zu einer Unterversorgung – oder aber zu einer hohen Nachzahlung führen.
  • Die BHKW: Blockheizkraftwerke bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihr Heim dezentral mit Wärme und Strom zu versorgen. Die Technik basiert auf den Kraft-Wärme-Kopplungs-Systemen und bis heute noch nicht vollkommen auf dem privaten Markt etabliert. Grundsätzlich haben Sie bei einem BHKW einen Speicher im Keller, der mit dem BHKW verbunden ist. In der Anlage wird ein Brennstoff, zumeist Gas, verbrannt, wodurch ein Generator angetrieben wird. Der Generator produziert direkt Strom und bietet Ihnen die Möglichkeit, die Stromversorgung in Ihrem Haus sicherzustellen oder den Strom in das öffentliche Netz einzuspeisen. Die Wärme, die bei der Verbrennung entsteht, gelangt in einen Pufferspeicher und wird dann abgerufen, wenn Sie die Heizung aufdrehen oder warmes Wasser benötigen. Problematisch an den Blockheizkraftwerken ist, dass die Anschaffungskosten hoch sind und teils deutlich über den Kosten anderer Heizungssysteme liegen. Zudem fallen für den Unterhalt und die Wartung regelmäßig spürbare Kosten an. Hierzu zählt auch die Bereitstellung des Brennstoffes.

Wie bereits gesagt, lässt sich die Holzheizung sowohl zu den konventionellen als auch zu den modernen Heizungsanlagen zählen. Nutzen Sie eine klassische Holzheizung, beispielsweise einen Kamin, verbrennen Sie zur Wärmegewinnung in Ihrem Haus Holz. Viele Kamine können Sie an ein Leitungssystem anschließen und die entstehende Wärme über die Leitungen in andere Räume weiterleiten. Auch die Warmwasserversorgung lässt sich über dieses System mitunter sicherstellen oder ausweiten. Die Pelletheizung erweitert die Möglichkeiten der herkömmlichen Holzheizung, sodass wir sie Ihnen im nächsten Abschnitt vorstellen.

Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energien

Sanieren Sie Ihr Heim oder bauen Sie neu, sollte die Wahl der Heizungsanlage gut überlegt sein. Modelle, die auf erneuerbaren Energien und besonders umweltfreundlichen Systemen basieren, sind nicht nur vorteilhaft, sondern werden vom Staat durchaus massiv gefördert:Heizungsarten im Überblick

  • Die Solarheizung: Die Solarheizung, an und für sich als Solarthermie bezeichnet, ist eine sehr unkomplizierte Heizungsart. Über eine installierte Solaranlage erhitzen Sie das Heizungs- und Warmwasser für Ihr Haus. Sie eignen sich insbesondere für Eigenheime und bieten Ihnen eine Möglichkeit, sämtliches Warmwasser für Ihren Eigenverbrauch zuzubereiten. Bei der Solarthermie-Anlage wird die Sonnenenergie in Wärme umgewandelt. Auf dem Dach Ihres Hauses installieren Sie die Sonnenkollektoren, in denen eine Flüssigkeit enthalten ist, die sich durch das Sonnenlicht erhitzt. Die Flüssigkeit zirkuliert zwischen dem Kollektor und einem im Haus befindlichen Speicher, der an das Warmwassernetz und eine Heizung angeschlossen ist. Innerhalb des Pufferspeichers befindet sich ein Wärmetauscher, der die Solarwärme an das im Puffer befindliche Wasser abgibt. Da sich das Wasser im Puffer nicht schnell abkühlt, haben Sie auch nachts oder an regnerischen Tagen warmes Wasser zur Verfügung.
  • Die Photovoltaik-Kombimodule-Heizung: Diese Heizungsvariante kombiniert verschiedene Techniken miteinander. Nicht selten greift das Klimasystem auf eine Wärmepumpe und die Solarenergie zurück und speist das Haus über Fußboden- und Wandheizungen sowie Warmwasserleitungen mit Wärme. Es handelt sich bei dem System nicht um ein klassisches Heizungsmodell, sondern um ein komplexes Klimasystem, das eine dauerhaft stabile Temperatur im Haus aufrechterhält. Die Photovoltaik-Kombimodule-Heizung wird jeweils auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt und bietet Ihnen somit die Möglichkeit, Ihr Haus perfekt zu erwärmen. Je nach Modell erhalten Sie die Wärme durch eine auf dem Dach platzierte Solaranlage mit oder ohne eine zusätzliche Wärmepumpe. Die Sonnenenergie wird zur Stromgewinnung und zur Wärmegewinnung eingesetzt. Die erlangte Energie und Wärme gelangt über ein komplexes Leitungssystem in einen Pufferspeicher, der wiederum das Warmwasser und das Heizungswasser zur Verfügung stellt. Die Wärmepumpe kann so eingesetzt werden, dass sie eine Klimaanlage darstellt und in den Sommermonaten den Pufferspeicher nicht mit Wärme speist, sondern die Klimaanlage Ihres Hauses mit Strom versorgt.
  • Die Elektroheizung: Moderne Elektroheizungen werden heute zumeist mit Solarenergie gespeist und brauchen nicht mehr an das klassische Stromnetz angeschlossen werden. Die Heizkörper bestehen nicht mehr aus den alten Nachtspeicheröfen, die viel Platz einnahmen und es nicht erlaubten, die Wohnräume zur vom Nutzer gewünschten Zeit zu heizen. Während die Nachtspeicheröfen früher in den Nächten aufgeladen wurden und die Wärme tagsüber abgaben, können Sie die neue Elektroheizung jederzeit anschalten. Voraussetzung ist, dass Sie eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe besitzen und einen Großteil Ihres Stroms selbst herstellen. Von der Optik unterscheiden sich moderne Heizkörper von Elektroheizungen kaum noch von üblichen Heizkörpern. Sie sind flach, integrieren sich perfekt in das Ambiente und lassen sich durchaus über Apps steuern.
  • Die Infrarotheizung: Auch die Infrarotheizung arbeitet mit Strom. Der große Unterschied zu anderen Heizungsarten ist, dass diese Heizungsart nicht allein die Luft, sondern den gesamten Raum inklusive der Möbel und Personen erwärmt. Luftwirbel können bei diesem Modell nicht entstehen, wodurch sich die Staubbelastung verringert. Gerade in einem Passivhaus ist diese Heizungsart durchaus zu empfehlen. Verbinden Sie sie mit einer Solaranlage, können Sie den benötigten Strom direkt selbst herstellen und sind unabhängig vom Energieversorger. Die aufgestellten Heizkörper sind äußerst flach und beinhalten eine Folie, die mit Strom auf Temperatur gebracht wird. Die Heiztechnik basiert auf den Infrarotwellen, die auch von der Sonne ausgehen. Wichtig ist, dass die Infrarotheizung mit kurzwelligen Strahlen arbeitet, die von den Möbeln und Wänden des Raumes reflektiert werden und somit den Raum indirekt erwärmen. Heizungen mit langwelligen Strahlen gelten als ineffektiv, da diese Strahlen ebenfalls die Luft erwärmen und somit ein großer Anteil der Energie verloren geht.
  • Die Pelletheizung: Diese Heizungsart arbeitet wieder mit Holz, jedoch mit Sägespänen, die zu kleinen Holzpellets gepresst werden. Die Heizung besteht aus einem Pelletofen, einem Brenner, einem mit Wasser gefüllten Pufferspeicher und einem Fördersystem. Zusätzlich muss eine Lagerfläche bereitstehen, über die der Ofen beständig mit Pellets versorgt wird. Eine Förderschnecke transportiert die Pellets in den Heizkessel, wo sie entzündet werden. Die hieraus entstehenden Abgase erhitzen das Wasser, welches nun zur Warmwasser- und Heizungsversorgung genutzt werden kann. Für Mehrfamilienhäuser gibt es die Pelletheizung als Zentralheizung, die das gesamte Haus mit Wärme speist. Da ein einzelner Pelletofen hierfür zu klein wäre, wird ein zentraler Pelletkessel eingebaut.
  • Die Wärmepumpe: Die Wärmepumpe ist eine sehr gern genutzte Heizungsart, die durchaus auch für Sie infrage kommen könnte. Sie haben die Wahl zwischen Erdpumpen und Luftpumpen. Erdwärmepumpen werden in die Erde eingelassen und befinden sich in einer Tiefe, die auch im Winter durchgehend Plusgrade besitzt. Luftwärmepumpen hingegen werden überirdisch aufgestellt, können aber nur in Räumlichkeiten eingesetzt werden, die ganzjährig Plusgrade aufweisen. Die hergestellte Wärme bildet sich aus rund 75 Prozent aus der Umgebungstemperatur und 25 Prozent aus der Wärme, die von der Pumpe selbst ausgeht. Grundsätzlich funktioniert die Wärmepumpe, indem sie der Umgebung über ein Kältemittel Energie entzieht. Das Kältemittel verdampft bereits bei niedrigen Temperaturen. Der entstandene Dampf wird an einen Kompressor weitergeleitet, der ihn verdichtet, wodurch eine hohe Temperatur entsteht. Diese Temperatur kann nun an einen Wärmetauscher weitergegeben werden, der mit dem Heiz- und Warmwassersystem des Hauses verbunden ist. Eine Wärmepumpe ist abhängig von Strom, sodass durchaus Verbrauchskosten entstehen. Allerdings ist es möglich, die Wärmepumpe mit der Solaranlage zu verbinden und den benötigten Strom selbst zu erzeugen.

Auf den folgenden Seiten klären wir Sie eingehender über die einzelnen Heizungsarten auf und geben Ihnen Hinweise, wie Sie die für sich passende Heizung aus der Masse herausfiltern.

geschrieben von: Patrick Thoma

Patrick Thoma

Patrick Thoma ist im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig. Er ist Autor und Herausgeber der Seite Photovoltaik.info auf der es um allgemeine Themen der Photovoltaik geht. Ziel der Seite ist es, Themen zu behandeln die einen Interessenten für eine Photovoltaikanlage beschäftigen und diese in einfachen Worten zu erklären.

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