Hagelschaden an der Photovoltaikanlage – Was tun?

11. Dezember 2017 | Von | Kategorie: Photovoltaik Tipps

In den letzten Jahren sind Unwetterereignisse wie starke Hagelschauer deutlich angestiegen und damit auch die Fälle, in denen es zu Hagelschäden an Solarmodulen gekommen ist. Zwar halten Photovoltaikanlagen einem normalen Hagelschauer stand, aber sehr starke Hagelschläge können dennoch sichtbare Risse verursachen oder gar das Solarglas durchschlagen. Problematisch sind jedoch auch Schäden, die nicht sofort erkennbar sind.

Mögliche Schäden durch Hagelschlag

Nahezu jede Photovoltaikanlage wird während ihrer Betriebszeit von Hagelschauern getroffen. Daher statten die Hersteller ihre Module mit Glas aus, das einen gewissen Schutz vor Hagelschaden bietet. Zudem ist in der IEC-Norm 61215 ein Standardprüfverfahren für Solarmodule festgeschrieben. Dieses testet die Module jedoch nur auf eine Hagelfestigkeit gegenüber Eiskörnern von maximal 2,5 cm Durchmesser. Da diese Hagelkorngröße in den vergangenen 60 Jahren bei mehr als zwei Dritteln der Unwetter in Europa überschritten wurde, sind Schäden an Solarmodulen dennoch möglich.

Im Extremfall wurde dann das Solarglas durchgeschlagen, aber auch sichtbare Risse können zu Problemen führen. Da hier Wasser eindringen kann, sollte die Anlage sofort abgeschaltet werden, um einen Kurzschluss zu vermeiden.

Hagelkörner kleineren Ausmaßes können ebenfalls Beeinträchtigungen durch Mikrorisse hervorrufen. Die scheinbar intakten Solarmodule liefern dann weniger Strom – dies wird teilweise aber erst nach einigen Wochen erkennbar.

Wer haftet für einen Hagelschaden?

In ihren Garantiebedingungen schließen die Hersteller eine Haftung bei Schäden durch Hagelschlag im Normalfall aus. Daher ist eine Versicherung notwendig, wenn man nicht selbst auf dem Schaden sitzen bleiben möchte.

Insofern Sie die Solaranlage gegenüber der Gebäudeversicherung gemeldet haben, übernimmt diese Versicherung die Kosten für die Wiederherstellung des alten Zustands. Das bedeutet, sie zahlt sowohl für Material- als auch für Arbeitskosten. Einnahmeverluste durch den Stillstand der Photovoltaikanlage erstattet eine Gebäudeversicherung jedoch nicht. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, sollte zu einer speziellen Photovoltaik-Versicherung zurückgreifen.

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Hagelschauer – das gilt es zu beachten

Führt ein Hagelschauer zu sichtbaren Schäden am Modul, sollte die Anlage sofort aus dem Betrieb genommen und ein Fachbetrieb kontaktiert werden. Melden Sie zudem den Hagelschaden der Versicherung. Das weitere Vorgehen klärt dann der Fachbetrieb direkt mit der Versicherung.

Schwieriger sind unsichtbare Schäden zu handhaben. Da sich Leistungseinbußen durch Haarrisse / Mikrorisse meist erst nach einigen Wochen zeigen, ist es schwieriger, diesen Schaden auf Hagelkörner zurückzuführen.

Achten Sie nach einem Hagelschlag daher auf mögliche Leistungseinbußen und Informieren Sie Ihre Versicherung frühzeitig über einen möglichen Schaden. Oft reicht den Versicherern ein Leistungsprotokoll der Photovoltaikanlage als Schadensnachweis aus. Spezielle Untersuchungen, die meist sehr teuer sind, sollten Sie daher nur dann vornehmen, wenn die Versicherung zusätzliche Nachweise fordert.

Tipp: Bei wiederholten Schäden durch Hagel nehmen Versicherer oft von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch. Achten Sie daher in unwetterträchtigen Regionen darauf, besonders robuste Solarmodule zu installieren.

geschrieben von: Patrick Thoma

Patrick Thoma

Patrick Thoma ist im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig. Er ist Autor und Herausgeber der Seite Photovoltaik.info auf der es um allgemeine Themen der Photovoltaik geht. Ziel der Seite ist es, Themen zu behandeln die einen Interessenten für eine Photovoltaikanlage beschäftigen und diese in einfachen Worten zu erklären.

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