Was ist eine Gasheizung?

4. Mai 2016 | Von | Kategorie: Heizen

Eine Gasheizung nutzt brennfähige Gase zur Warmwasseraufbereitung. Dabei wird meist Erdgas, aber auch sogenanntes Flüssiggas, ein Gemisch aus Propan oder Butan, verwendet. Während früher vor allem Gas-Konstanttemperaturkessel zum Einsatz kamen, finden heute effizientere Gas-Niedertemperaturkessel und Gas-Brennwertkessel Verwendung.

Insbesondere letztere Technik bietet hervorragende Wirkungsgrade, da sie die Wärme des Abgases erneut nutzt und diese dem Heizungssystem erneut zur Verfügung stellt. Die höheren Anschaffungskosten von Gas-Brennwertkesseln werden schnell amortisiert, da sie Gas sparen und gleichzeitig bei einer Sanierung vom Staat gefördert werden.

Was sind die Vorteile einer Gasheizung?

– Zuverlässige, ausgereifte Technik: Gaskessel werden seit Jahren genutzt und sind besonders betriebssicher.

– Sehr gute Wirkungsgrade: Moderne Gasheizungen mit Brennwerttechnik nutzen die Abgaswärme und erreichen so extrem hohe Wirkungsgrade, die basierend auf dem Heizwert sogar über 100 % liegen.

– Günstige Anschaffungskosten: Auch modernste Gasheizungen mit Brennwerttechnik sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung.

– Umweltfreundliche Verbrennung: Erdgas enthält im Vergleich zu Öl weniger Schad- und Schmutzstoffe und verbrennt daher deutlich umweltfreundlicher.

– Praktische Versorgung: Dank der Erdgasleitung, die direkt zur Gasheizung führt, entfällt der teure Transport und die Aufstellung eines Tanks bzw. Einrichtung eines Brennstoffraumes. (Ausnahme: Tank bei Flüssiggas)

– Geringer Platzbedarf und freie Platzwahl: Gasheizungen sind klein und leicht. Daher lassen sie sich platzsparend in Nischen oder Schränken aufstellen oder aufhängen. Da es keine Vorschriften für einen speziellen Heizungsraum gibt, können sie nahezu überall im Haus aufgestellt werden.

– Kleine Abgasleitungen: Gas-Brennwertkessel kommen mit einer kleinen Abgasleitung aus. Ein Schornstein ist daher nicht notwendig.

– Sichere Warmwasserbereitung inklusive: Gasheizungen eignen sich auch hervorragend zur Warmwasserbereitung. Da das Wasser beim Durchlaufprinzip nur nach Bedarf erhitzt und nicht gelagert wird, besteht keine Gefahr eines Legionellenbefalls. Gasheizungen kombiniert mit Solarthermieanlagen

– Idealer Partner für erneuerbare Energien: Gasheizungen lassen sich gut mit Solarthermieanlagen oder Wärmepumpen kombinieren und garantieren so Einsparungen beim Gasverbrauch und gleichzeitig Warmwassersicherheit.

Was sind die Nachteile einer Gasheizung?

– Gasanschluss notwendig: Für eine Gasheizung mit Erdgas braucht man einen Gasanschluss im Haus. Viele Haushalte sind allerdings an das Erdgasnetz angeschlossen. Eine Verlegung ist dagegen recht teuer.

– unsichere Gaspreise: Erdgas kommt nur zu sehr geringen Teilen aus Deutschland. Aufgrund politischer Probleme sind größere Preisschwankungen möglich. Die Entwicklung der Gaspreise ist daher nicht absehbar, allerdings waren die Preise in den letzten Jahren vergleichsweise stabil. Zudem haben die Versorger langfristige Verträge mit den Lieferländern (u. a. Norwegen, Russland, Großbritannien und den Niederlanden) abgeschlossen.

– fossiler Brennstoff Gas: Gas ist wie Öl ein fossiler, also auch endlicher Brennstoff, auch wenn er sauberer ist und weniger CO2 ausstößt.

Was kostet der Einbau einer Gasheizung?

Im Vergleich zu anderen Heizarten ist die Anschaffung einer Gasheizung günstig, aber die Preisspanne recht groß. Die Anschaffungskosten von Gasheizungen werden durch diese Faktoren bestimmt:

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– ausgewählte Technik und notwendige Leistung
– optionaler Wasserspeicher
– Einrichtung einer Abgasleitung bzw. Schornsteinsanierung
– Installationskosten
– eventuell: Gasanschluss

Ein durchschnittliches Einfamilienhaus sollte jedoch mit Kosten von etwa 6.000 Euro rechnen. Diese Aufschlüsselung der Kosten soll bei Berechnung der Gesamtkosten helfen:

– Kosten für Gaskessel: Ein Niedertemperaturkessel ist natürlich preiswerter als ein effizienterer Gas-Brennwertkessel. Niedertemperaturkessel von deutschen Herstellern bekommt man bereits für rund 1.500 Euro ohne Speicher bzw. für 1.700 und 2.000 Euro mit Speicher, während ein Gerät mit Brennwerttechnik mindestens 2.200 Euro kostet. Für eine Kombination aus Gasheizung und Solarthermieanlage sind dagegen bis zu 10.000 Euro fällig. Eine Gastherme für Gasetagenheizungen in Mietwohnungen bekommt man schon für unter 2.000 Euro.

– Warmwasserspeicher: Ein zusätzlicher Warmwasserspeicher garantiert beim Duschen und Abwaschen schnell, konstant warmes Wasser. Kostenpunkt: 800 bis 1.500 Euro.

– Schornsteinsanierung: Die Brennwerttechnik erfordert Arbeiten am Schornstein, um ihn resistenter gegenüber den sauren Abgasschadstoffen zu machen. Abhängig von den genutzten Materialien ist diese Maßnahme zwischen 900 und 1.500 Euro teuer.

– Installation: Die Kosten für die Installation richten sich nach dem jeweiligen Arbeitsaufwand. Meist liegen sie zwischen 500 und 2.500 Euro. Ist noch kein Gasanschluss vorhanden, belaufen sich die Kosten für dessen Installation in der Regel auf 2.000 Euro.

Für wen lohnt sich eine Gasheizung?

Ist ein Gasanschluss vorhanden, bietet eine Gasheizung eine günstige und relativ saubere Möglichkeit, das eigene Heim zu heizen und Warmwasser aufzubereiten. Zudem bietet die Gasheizung eine ideale Ergänzung zu einer Solarthermieanlage.

Welche Kosten müssen jährlich für den Brennstoff einkalkuliert werden?

In den letzten Jahren waren die Gaspreisschwankungen recht gering. Bei dem aktuellen Gaspreis von knapp über 7 Cent pro kWh und einem jährlichen Energiebedarf von 30.000 kWh entstehen für ein Vier-Personen-Einfamilienhaus insgesamt Brennstoffkosten in Höhe von etwa 2.100 Euro.

Eine Gas-Etagenheizung in 75 m² großen Mietwohnungen mit einem Verbrauch von rund 10.000 Kilowattstunden verursacht dagegen jährliche Heizkosten von etwa 700 Euro.

Wartung der Gasheizung

Eine Gasheizung sollte regelmäßig überprüft werden. Schließlich ist Gas ein hochexplosiver Brennstoff. Bei einer Wartung kontrolliert der Techniker nicht nur die Gasleitungen und Anschlüsse, sondern reinigt auch den Brenner, justiert den Wasserdruck und überprüft die Wärmetauscher sowie die Steuerung, um die vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte einzuhalten.

geschrieben von: Patrick Thoma

Patrick Thoma

Patrick Thoma ist im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig. Er ist Autor und Herausgeber der Seite Photovoltaik.info auf der es um allgemeine Themen der Photovoltaik geht. Ziel der Seite ist es, Themen zu behandeln die einen Interessenten für eine Photovoltaikanlage beschäftigen und diese in einfachen Worten zu erklären.

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