Energiewende: Einknicken vor der Lobby

16. November 2013 | Von | Kategorie: Meinungen

Wenn ich mir die aktuellen geplanten Änderungen ansehe, die von der (hoffentlich nicht zustandekommenden großen Koalition) geplant werden, dann gehen diese absolut in die falsche Richtung:

Energiewende für die Stromversorger?

Energiewende für die Stromversorger?

  1. Es soll die feste Einspeisevergütung abgeschafft werden.
  2. Anlagen auf der Freifläche mit 10 MW oder mehr sollen wieder eingeführt werden.

Beide Punkte sind kontraproduktiv. Es macht einfach keinen Sinn, freie Fläche mit PV zuzustellen, wenn noch überall genug nicht genutzte und ökologisch nicht relevante Dachflächen verfügbar sind. Zudem ist eine dezentrale Versorgung an vielen verschiedenen Punkten sinnvoller als eine zentrale große Anlage, die mit teuren Netzen an den Verbraucher verteilt werden muss.

Fakt ist, dass neue Anlagen kaum noch für die Strompreissteigerung verantwortlich sind; mit bald 11-12 Cent für eine Kleinanlage auf dem Hausdach liegt der Preis bereits jetzt DEUTLICH unterhalb der Stromkosten, die an den Endverbraucher bezahlt werden, Tendenz weiter fallend.

Damit ist das Kostenargument absolut falsch. Zum jetzigen Zeitpunkt werden so gut wie keine Großanlagen mehr gebaut, weil die Einspeisevergütung so gering ist, dass sie sich nicht mehr lohnen.

Wie sollen jetzt also Großanlagen durch ein neues Ausschreibeverfahren günstiger werden, wenn schon jetzt die Kosten zu hoch sind um mit der Einspeisevergütung zurecht zu kommen?

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Die Antwort ist einfach: Großanlagen, die kompliziert und langwierig genehmigt und ausgeschrieben werden, werden nicht vom Privatmann gebaut, sondern vom Energieversorger! Der Strom aus den Erneuerbaren soll auch nicht günstiger werden, sondern komplizierter und von Eon und Co. gebaut werden.

Glauben Sie nicht? Dann stellen Sie sich mal die Frage, warum Windkraftanlagen auf dem Land, die den Strom für 10 Cent pro kWh erzeugen, zu teuer sind und Offshore-Anlagen (aktuell 15 Cent / kWh) günstig und unbedingt notwendig sind?

So notwendig, dass die Energieversorger ihr Investitionsrisiko noch zusätzlich vom Staat abgesichert bekommen (Verdienst der FDP)?

Jede Wette: Sobald PV Anlagen und Windanlagen nur noch in der Hand der Energieversorger sind, wird sich ihr Image schlagartig verbessern, die Lobby wird’s richten.

 

geschrieben von: Patrick Thoma

Patrick Thoma

Patrick Thoma ist im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig. Er ist Autor und Herausgeber der Seite Photovoltaik.info auf der es um allgemeine Themen der Photovoltaik geht. Ziel der Seite ist es, Themen zu behandeln die einen Interessenten für eine Photovoltaikanlage beschäftigen und diese in einfachen Worten zu erklären.

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