Photovoltaik Anlagengröße: Volles Dach oder optimiert?

Ist PV für mich eine Alternative?

Wenn Sie sich dazu entschieden habe,  eine Photovoltaikanlage zu kaufen, sollten Sie sich als nächstes Gedanken machen, was Sie mit Ihrer Anlage erreichen wollen.

Die meisten Verkäufer werden versuchen, Ihre Dachfläche so voll wie möglich zu machen und mit teuren Modulen so viel Leistung auf Ihr Dach zu bringen wie möglich. Das ist verständlich, schließlich wird nach Leistung abgerechnet und je mehr Leistung Sie kaufen umso mehr Verdienst für den Anbieter.

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Da es Ihnen aber darum gehen sollte, was das Beste für Ihren Bedarf ist, sollten Sie sich diesem Thema widmen, bevor Sie sich die ersten Angebote einholen.

Photovoltaikanlage: Module auf mich optimiert oder volle Dachfläche einsetzen?

Photovoltaikanlage: Module auf mich optimiert oder volle Dachfläche einsetzen?

Eigenverbrauchanlage oder Einspeiseanlage?

Überlegen Sie sich, was Sie mit Ihrer Anlage erreichen wollen, was ist das Ziel Ihres Invests?

Photovoltaik als Renditeobjekt

Wollen Sie möglichst viel Profit aus der Anlage ziehen, sprich, so viel Gewinn nach 20 Jahren erwirtschaften wie möglich, unabhängig davon, ob Sie den Strom selbst verbrauchen oder ins  Netz einspeisen?

Falls ja, dann sollten Sie auch Ihre Anlage darauf optimieren. Hier ist es häufig sinnvoll, so viel Leistung auf Ihre Dachfläche zu bringen wie möglich, schließlich haben Sie nur eine Dachfläche und wollen möglichst viel Geld investieren, damit auch möglichst viel Ertrag am Ende herausspringt.

Bei allem Profitstreben sollten Sie aber nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf die Langlebigkeit Ihrer Module. Bedenken Sie auch immer, dass sehr gute Photovoltaikmodule deutlich länger als 20 Jahre halten werden.

Fast alle Rendite-Berechnungen gehen aber „nur“ von 20 Jahren aus. Falls aber Ihre Anlage 35 Jahre läuft, heißt das in 20 Jahren noch weitere 15 Jahre kostenlosen Strom, was einen erheblichen Mehrwert bedeuten kann.

Schnellanalyse: Beantworte hier mit nur wenigen Klicks die Frage ob Dein Dach für PV geeignet ist:

Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch und ohne Speicher

Wollen Sie so viel Strom verbrauchen wie machbar, dabei aber möglichst nicht auf einen Stromspeicher zurückgreifen?

In diesem Fall sollten Sie die Anlagengröße auf Ihren Verbrauch optimieren, dazu sollten Sie Ihren Grundlastverbrauch ermitteln (der Strom den Sie tagsüber praktisch zu jeder Zeit verbrauchen können). Mit diesen beiden Variablen sollten Sie sich ein Optimum errechnen, wie groß Ihre Anlage mindestens sein sollte und wie groß sie maximal sein sollte.

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Falls Sie ein Preisangebot bekommen, lassen Sie sich 3 Varianten ausrechnen (keinen Dachbelegungsplan, einfach eine kleine Rechnung über jeweils paar Zeilen wie sich der Verdienst entwickelt, wenn Sie die Anlage 20 % kleiner oder größer ausfallen lassen).

Als Hausnummer kann man sagen, dass die Leistung in kW der Anlage in etwa so umfangreich sein sollte wie Ihr jährlicher Stromverbrauch in kWh, dann lassen sich auch ohne Speicherung erhebliche Mengen des Stroms sofort verbrauchen.

Tipp: Bedenken Sie auch Ihre Stellmöglichkeiten. Nicht immer muss sich der Strom nach dem Abnehmer richten, auch der Verbraucher kann sich nach dem Stromangebot richten. Wasch- und Spülmaschine können auch bevorzugt dann laufen wenn die Sonne scheint.

Fragen Sie auch nach Management Systemen, die bestimmte Abnehmer in Ihrem Haus regeln können.

Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch mit Speicher

Falls Sie mit Ihrer Anlage möglichst viel Strom selbst verbrauchen und so wenig wie machbar ins Netz einspeisen wollen, macht es häufig Sinn, die Anlage etwas kleiner zu wählen und dafür einen Speicher zu integrieren. Dieser kann einen Großteil des Stroms während des Tages speichern, um ihn dann abends abzugeben. Die Stellschrauben hier sind wieder die Anlagengröße der Photovoltaikanlage, aber auch die Größe des Speichers. Vielleicht macht es Sinn, nicht auf völlige Autarkie zu setzen, dafür aber den kompletten Strom selbst zu verbrauchen und einen erheblichen Anteil des benötigten Stroms selbst zu produzieren.

Fazit:
Häufig kommt man zu dem Ergebnis, dass die Anlage genau so umfangreich sein sollte, wie es auf Ihrer Dachfläche möglich ist. Allerdings nicht immer! Machen Sie sich vorher genau klar, was Sie erreichen wollen und lassen Sie sich erst dann ein Kostenangebot machen. Verlangen Sie auch vom Anbieter, dass er die PV-Anlage aus genau diesem Gesichtspunkt betrachtet, ein bis zwei Beispielrechnungen (keine großen Auswertungen die zu aufwändig sind, einfach ein Bleistift und 2-3 Blatt Papier mit Szenarien) lassen die Sache gleich viel deutlicher erscheinen.

Kernaussagen:

· Machen Sie sich vorab klar, welches Ziel Sie mit Ihrer Anlage verfolgen
· Bestehen Sie darauf, dass der Anbieter sein Kostenangebot auf dieses Ziel optimiert
· Denken Sie auch neue Wege und richten Sie sich nach dem Stromangebot und nicht immer nur umgekehrt

  • Rudolph Rudolph sagt:

    Auch für diesen Artikel super vielen Dank. Mir hat er viel geholfen und ich konnte mir ein paar Gedanken machen was ich wirklich brauche und will.
    Allerdings ist das Dach am Ende dennoch komplett voll belegt worden, hat die ganze Überlegung also eigentlich keinen Sinn gemacht 🙂 🙂 🙂

    • Patrick Patrick sagt:

      Ein volles Dach macht in vielen Fällen am Ende doch am meisten Sinn, wenn:
      1. Man genug Geld hat und das auch investieren will
      2. Man so unabhängig wie möglich werden will
      Dennoch ist es doch ein gutes Gefühl zu wissen dass man sich genug Gedanken gemacht hat und am Ende genau das bekommt was man will und braucht.

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